Es waren dramatische Szenen, die sich am Wochenende im Skigebiet von St. Johann in Tirol (Bezirk Kitzbühel) abspielten: Ein zwölfjähriges Mädchen verschwand, wurde verzweifelt gesucht und letztlich dreieinhalb Stunden später in einem Wassergraben neben der Piste entdeckt – schwer verletzt und stark unterkühlt. Um den Gesundheitszustand herrscht weiter Bangen.
Mit dem Notarzthubschrauber Christophorus 4 wurde die zwölfjährige Deutsche am späten Samstagnachmittag in die Innsbrucker Klinik geflogen. Dort wird das Mädchen seither auf der Intensivstation medizinisch behandelt. Es befindet sich „nach wie vor in kritischem Zustand“, sagte Kliniksprecher Johannes Schwamberger am Montagvormittag zur APA.
Tochter aus den Augen verloren
Was war da am Samstagnachmittag im Skigebiet von St. Johann passiert? Ein 40-jähriger Deutscher – ein Bayer – war mit seiner zwölfjährigen Tochter gegen 13.45 Uhr auf der Piste „Rote 2“ talwärts gefahren. „Das Mädchen fuhr etwa 100 Meter vor dem Vater. Als dieser über eine Kuppe fuhr, verlor er seine Tochter aus den Augen und glaubte, dass sie weiter zum Lift gefahren ist“, schilderte die Polizei am Wochenende.
Der Vater suchte zunächst selbst verzweifelt nach seiner Tochter. Nachdem dies erfolglos geblieben war, schlug er Alarm. Eine große Suchaktion der Bergrettung St. Johann, der Alpinpolizei und der Bergbahn startete.
Mädchen lag dreieinhalb Stunden in Graben
„Das vermisste Mädchen konnte schließlich gegen 17.15 Uhr von den Einsatzkräften zirka 200 Meter unterhalb der vom Vater beschriebenen Stelle in einem mit Wasser bedeckten Graben, zirka 15 Meter neben der Piste, aufgefunden werden“, schilderten die Ermittler.
Das Opfer war stark unterkühlt, nicht bei vollem Bewusstsein und hatte mehrere Knochenbrüche sowie ein Polytrauma.
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