12.07.2013 16:40 |

Leute aufklären

"Hitzefrei" für Pferde: Nun drohen Fiaker mit Streik

Die Debatte rund um ein "Hitzefrei" für Fiaker-Pferde in Österreich geht in die nächste Runde. Nachdem sich Stadträtin Veronika Matiasek, Tierschutzsprecherin der FPÖ-Wien, Umweltsprecher Rüdiger Maresch und zahlreiche weitere Tierfreunde für ein Fiakerverbot an heißen Tagen ausgesprochen hatten, diese Forderung aber vom städtischen Veterinäramt abgelehnt wurde, gehen nun die Kutscher selbst auf die Barrikaden und drohen mit Streik.

Nicht nur die Menschen stöhnen bei Temperaturen über 30 Grad, auch die Fiaker-Pferde leiden bei dieser Hitze und sind einer extremen Belastung ausgesetzt, so der Tenor der harschen Kritik. Der Ruf nach einer Gesetzesadaptierung für die Tiere wurde laut. Doch das Veterinäramt winkte ab und sah keinerlei Handlungsbedarf (Berichte siehe Infobox).

"Von Leuten beurteilt, die keine Ahnung haben"
Doch nun melden sich die Fiaker selbst zu Wort und zeigen sich ob des Vorwurfs der Tierquälerei erwartungsgemäß wenig begeistert. "Wir werden vorrangig von Leuten beurteilt, die von der Materie keine Ahnung haben", ärgerte sich Michaela Michelfeit, stellvertretende Branchensprecherin in der Wiener Wirtschaftskammer und selbst Fiakerunternehmerin.

Deshalb wollen die Kutscher am 20. Juli einen "Streik light" abhalten. Man werde zwar an den Stehplätzen sein, aber statt Rundfahrten anzubieten die Leute informieren bzw. unberechtigte Vorwürfe richtigstellen, erklärte Michelfeit.

"Kein 'Hitzestress' bei Pferden"
Dass Pferde einem "Hitzestress" ausgesetzt seien, stimme einfach nicht - was Studien auch belegen würden, so die Sprecherin. "98 Prozent stecken das weg wie nichts und jene Pferdepersönlichkeiten, die das nicht aushalten, werden wir nicht in die Stadt schicken", so Michelfeit erbost.

Wenn Rösser einknicken, habe das fast immer andere Gründe, beispielsweise durch Ausrutschen nach Bremsmanövern infolge von Autos, die sich noch knapp vor das Gespann drängen. Angeschirrte Tiere könnten dann erst aufstehen, nachdem sie losgemacht worden sind - und das dauere eben und sei nicht schön anzuschauen, erklärte die Sprecherin.

"Bei Hitze ist jeden Tag der Amtstierarzt da"
Außerdem gebe es strenge Kontrollen seitens der Behörde. "Bei Hitze ist jeden Tag der Amtstierarzt da", versicherte Michelfeit. Man habe darüber hinaus auch Standorte geändert, wodurch nun ab Mittag überall Schatten vorhanden sei. Die Auflagen seien so streng und verursachen den Unternehmern derart hohe Kosten, dass man an Sommertagen fahren müsse, um das jetzige Niveau halten zu können, gab sie zu bedenken. Wobei es auch in der Fiakerei zwar keine schwarzen, aber sehr wohl einige "ein bissl grauere" Schafe gebe, wie Michelfeit einräumt. Aber deren Anteil sei auch nicht größer als in allen anderen Branchen.

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