Fasnacht in Tarrenz

Ein Spagat vom Volksfest zur Mystik

Tirol
09.02.2025 18:00

Fasnachtler und Tausende Brauchtumsfans erlebten am Sonntag in Tarrenz einen Traumtag. Die pompösen Wägen ließen viele Kinnladen offen, die „Oxenmusig“ sorgte für Volksfeststimmung, die Roller und Scheller deckten den Bereich der Mystik ab. Den Tarrenzern ist etwas ganz Besonderes gelungen.

Nårret, Nårreter, Tårreter – wird in der Gurgltalregion dialektisch gescherzt und diese Steigerungsstufen kamen am Sonntag zu allen Ehren. Nårret auf die Fasnacht war man im Hexendorf ob der achtjährigen Pause sowieso und nårret viele Leute stürmten das mystische Schauspiel bei Kaiserwetter. Historisch habe man die gleichaltrige Erwähnung wie die Fasnachtshochburgen Nassereith und Imst und man sei froh, dass 1965 das angebliche Versprechen von 1797, dass im Gurgltaldorf die „Schemen“ nie mehr laufen würden, gebrochen wurde.

Aufwändigkeit der Fasnacht wurde sichtbar
Nårret schön und pompös die Wägen. Der Hexenwagen in seinen Details unübertrefflich, das mobile Schloss der Ritter von Starkenberg in einer unfassbaren Dimension. Bestaunt bereits beim Aufzug am Vormittag, an dem die Aufwändigkeit der Fasnacht sichtbar wurde: Rund 20 sogenannte Aufzugswagele, gebaut in nårreter Kleinarbeit für einen einstündigen Auftritt.

Die unfassbare mobile Burg der Starkenberger
Die unfassbare mobile Burg der Starkenberger(Bild: Daum Hubert)
Ein „guter“ Sackner tanzt seinen „Wiflig“ in die Waagrechte.
Ein „guter“ Sackner tanzt seinen „Wiflig“ in die Waagrechte.(Bild: Daum Hubert)
„Eingeführt“ werden soll auch dem LH Anton Mattle Glück bringen.
„Eingeführt“ werden soll auch dem LH Anton Mattle Glück bringen.(Bild: Daum Hubert)
Der pompöse Hexwenwagen
Der pompöse Hexwenwagen(Bild: Daum Hubert)

Nårret mystisch dann der rituelle Tanz der Roller und Scheller ab dem Mittagsgeläut. Das „anpemseln“ des jugendlich anmaßenden Rollers als Startzeichen für den Scheller zum „Gangle“. Dann das „zusammenschellen“ aller 20 Scheller, um die Verschworenheit zu demonstrieren, dass heute alle Tarrenzer an einem Strang ziehen. Tausende Fasnachtsfans haben dies gespürt.

Die Tarrenzer Fasnacht wird erwachsen und hat mit den „Originalen“, den Geigenmalern und der Oxemusig Figuren, die es sonst nirgends gibt. Auch die spürten wiederum, dass den „Pfetschelern“, wie man sie nannte, etwas Spezielles gelungen ist. Und nach dem „Schlusskroas“, wenn die letzte Larve fällt, ist jeder wehmütig: Das gibt's erst in vier Jahren wieder!

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