Weltweiter Vertrieb

Heimische Fahnder kamen Drogenring auf die Spur

Österreich
09.07.2013 20:05
Drogenfahnder in Wien und Salzburg haben offenbar die Zerschlagung eines weltweit agierenden Drogenrings ermöglicht. Bei einer Razzia in der vergangenen Woche wurden in mehreren deutschen Bundesländern vier Verdächtige festgenommen, Drogen, Bargeld und weitere Materialien beschlagnahmt. Bei einem der Verdächtigen soll es sich um die Nummer eins eines weltweit agierenden Internet-Dealerrings handeln. Die Verhaftung von Kontaktpersonen in Wien im Juli 2012 und beinahe zeitgleich in Salzburg brachten die Fahnder auf die Spur des Deutschen.

Drogenfahnder des Landeskriminalamtes Wien zogen laut Polizeisprecherin Adina Mircioane am 2. Juli 2012 den 25-jährigen Albert A. aus dem Verkehr. Der Wiener hatte einen schwunghaften Internethandel für Ecstasy bzw. MDMA, Kokain und Amphetamine aufgezogen. In drei Monaten hatte er - allein arbeitend - etwa 400 Transaktionen durchgezogen, bis nach Indien, Australien und Südafrika. Knapp 350 davon konnten ihm nachgewiesen werden. Der 25-Jährige wurde verurteilt.

Im Zuge dieser Festnahme stellten die Ermittler auch umfassendes Beweismaterial, unter anderem mehrere Computer, sicher. Bei der Auswertung der Daten kamen die Fahnder auch auf den Lieferanten des Wieners, den Deutschen, der in Bayern lebte.

Parallel zu den Wiener Ermittlungen wurden auch in Salzburg drei Dealer festgenommen. Wiener und Salzburger Ermittler führten die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und merkten so, welch großer Fisch offenbar der Hintermann der in Österreich einsitzenden Verdächtigen war. Über das Bundeskriminalamt wurde Kontakt zu den Fahndern des bayerischen Landeskriminalamtes aufgenommen.

Drogen über "Silk Road" vertrieben
Der deutsche Verdächtige wurde im Internet als Nummer eins des über das Web aufgezogenen Drogenhandels bezeichnet, und das sogar in Dokumenten aus Mexiko. Vertrieben wurden die Waren über eine Art "Amazon für illegale Geschäfte", der Online-Plattform "Silk Road". Auf "Silk Road" wird jede Art von Produkt oder Dienstleistungen verkauft, die legal nicht zu erwerben sind. Ausnahmen sind, so Mircioane, Massenvernichtungswaffen und Auftragsmorde. Zugang bekommt man nur über ein sogenanntes Darknet, ein verschlüsseltes Netzwerk, und unter strengsten Auflagen.

Die Ermittler des bayerischen Landeskriminalamtes stellten bereits im Vorfeld der Razzia mehr als 17 Kilogramm Amphetamin und über 100.000 Euro Drogengelder sicher. Das dürfte dem mutmaßlichen Haupttäter aber nicht weiter wehgetan haben. Wenn er Stoff bekam, dürfte er nach Schätzungen der Polizei in einer Stunde bis zu 20.000 Euro umgesetzt haben.

Am vergangenen Donnerstag schlugen die deutschen Fahnder in einer konzertierten Aktion zu. Im Landkreis Deggendorf wurden der 24-jährige Hauptverdächtige und seine 25-jährige Lebensgefährtin festgenommen. In Berlin und Brandenburg a. d. Havel wurde jeweils eine Person festgenommen. Bei einem 28-Jährigen wurden 100 Gramm Kokain sichergestellt. Bei einem 26-Jährigen konnte ein weiteres Kilogramm Amphetamin sichergestellt werden. Außerdem entdeckten die Fahnder 50.000 Euro, versteckt im Kühlschrank seiner Wohnung.

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