09.07.2013 17:05 |

Hilfe für Muslimas

Erste Notwohnung für Zwangsehe-Opfer eröffnet

Sie werden in ihrer Kindheit einem Mann versprochen und im Jugendalter zwangsverheiratet - dieses Schicksal ereilt jährlich Tausende Muslimas. Vor allem im Sommer werden solche verbotenen Ehen geschlossen. Für Betroffene in Österreich wurde nun die erste anonyme Notwohnung eingerichtet. Am Dienstag fand die symbolische Schlüsselübergabe statt.

Dass es im Sommer zu den meisten Zwangsehen kommt, liegt auf der Hand: Denn sie werden von Muslimen meist in ihrem jährlichen Heimaturlaub vollzogen - und der wird nun einmal zwischen Juni und September gemacht. So bringen zahlreiche Familien ihre Töchter beispielsweise in die Türkei und vermählen sie dort mit einem völlig Unbekannten. Andere wiederum fliegen in ihr Herkunftsland und kommen mit einer sogenannten Import-Braut - darunter ist eine Landsfrau, die den Sohn ehelichen musste, zu verstehen - zurück nach Österreich.

Obwohl jene Personen, die solche unfreiwilligen Zeremonien arrangieren, sich hierzulande strafbar machen, schweigen die Opfer nach wie vor aus Angst vor ihrer Familie.

Frauen- und Innenministerium finanzieren Notwohnung
Doch jetzt gibt es die erste anonyme Notwohnung für betroffene Frauen - in Ausnahmefällen auch für Männer - in Österreich. Betrieben wird das Projekt vom Verein Orient Express, einer Beratungsstelle für Frauen türkischer und arabischer Herkunft.

Finanziert wird die Einrichtung, deren Standort zum Schutz der Betroffenen geheim gehalten wird, vom Frauen- und vom Innenministerium. Am Dienstag luden die Ministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und Johanna Mikl-Leitner zur symbolischen Schlüsselübergabe.

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