05.07.2013 10:57 |

"Übersetzungsfehler"

Morales-Stopp: Bolivien hat doch kein Problem mit Ö

Offenbar droht Österreich nun doch keine Klage vor den Vereinten Nationen. Die Botschaft Boliviens bei der UNO in Genf hat eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters richtiggestellt, wonach Botschafter Sacha Llorenti Soliz angeblich erklärt hatte, Österreich habe Präsident Evo Morales auf Befehl der USA "gekidnappt", damit einen "Akt der Aggression" begangen und das Völkerrecht verletzt.

In einer am Donnerstag dem österreichischen Innenministerium übermittelten Erklärung heißt es: "Es gibt kein Problem in den Beziehungen mit Österreich. Wir sind im Gegenteil dankbar, dass wir dort landen konnten. Der Ärger Boliviens richtet sich gegen die USA und die Länder, die das Präsidentenflugzeug gehindert haben, durch ihren Luftraum zu fliegen."

Morales war rund 13 Stunden auf dem Wiener Flughafen festgesessen, weil der Verdacht bestand, dass sich der von den USA gesuchte Aufdecker Edward Snowden an Bord des Präsidenten-Jets befinde. Während des erzwungenen Zwischenstopps wurde Morales von Bundespräsident Heinz Fischer und Außenminister Michael Spindelegger besucht. Vor seiner Weiterreise bedankte sich Boliviens Präsident für die "exzellente Behandlung" durch Österreich.

Morales: "Entschuldigungen reichen nicht aus"
Doch auf jene Staaten, die die Überflugrechte verweigert hatten, ist Morales sehr wütend. "Entschuldigungen eines Landes, das uns sein Territorium nicht passieren ließ, reichen nicht aus", sagte er am Donnerstag vor einem Solidaritätstreffen mit seinen lateinamerikanischen Kollegen in Cochabamba. "Einige haben es als Fehler entschuldigt, aber das war kein Fehler."

Bolivien wirft Frankreich, Italien, Spanien und Portugal vor, ihren jeweiligen Luftraum gesperrt zu haben, und bestellte deren Botschafter in der Hauptstadt La Paz ein. "Was war ihr Ziel, wollten sie mir Angst machen? Mich zum Schweigen bringen, mich einschüchtern?", fragte sich Morales am Donnerstag. Niemals sei es ihm in den Sinn gekommen, Snowden aus Russland rauszubringen. "Unmöglich, unmöglich!", grummelte er.

Russland kritisiert Luftraumsperren
Das Gezerre um den flüchtigen Snowden sorgt auch für Verstimmungen zwischen Russland und mehreren EU-Staaten. Die russische Regierung verurteilte am Donnerstag die Sperrung des Luftraums über einigen EU-Ländern für Boliviens Präsidentenmaschine. "Das Vorgehen der französischen, spanischen und portugiesischen Behörden kann kaum als freundschaftlich gegenüber Bolivien und Russland angesehen werden", erklärte das russische Außenministerium. Die Sperrung "hätte zu einer Gefahr für die Sicherheit der Passagiere, darunter das Oberhaupt eines souveränen Staats, werden können".

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