Ausbau gestoppt

Seltener Vogel kommt der Windkraft in die Quere

Niederösterreich
16.01.2025 05:45

Die Genehmigung für Windräder in der Wild im Waldviertel hängt durch das Auftauchen der Kornweihe in der Ewigkeitsschleife.

„Unsere Anlage in der Wild im Bezirk Horn zeigt, wie zäh und frustrierend der Erneuerbaren-Ausbau vorangeht“, erklärt EVN-Sprecher Stefan Zach einigermaßen frustriert. Seit 2014 (!) versucht die EVN mit der W.E.B zehn Windräder zur Versorgung von etwa 35.000 Haushalte mit grünem Strom zum errichten. Doch trotz Gutachten, Prüfungen und einem positiven UVP-Bescheid im letzten Jahr kommt das Vorhaben nicht vom Fleck. Was als ambitioniertes Vorzeigeprojekt begann, droht im Genehmigungschaos zu versinken. Dabei gilt das Areal als eines der ökologisch am gründlichsten untersuchten in ganz Österreich.

Mäuse locken Greifvögel an
Jüngstes Hindernis: die Kornweihe, die sich temporär niedergelassen hat. Der geschützte Greifvogel nutzt die Gunst der Öko-Stunde. Denn der Borkenkäfer hat den einstigen Wald in eine offene Fläche verwandelt, die Mäuse anlockt. Diese wiederum sind Leckerbissen für die Weihen. „Für uns ist das ein Rückschlag“, sagt Zach, „trotzdem glauben wir weiter daran, dass sich Öko-Energie und Naturschutz vereinen lassen.“

Zitat Icon

Wir glauben weiter daran, dass sich Öko-Energie und Naturschutz vereinen lassen.

Stefan Zach, EVN-Sprecher

Ökostrom oder fossile Energien
Doch die nötige Projekt-Überarbeitung könne Monate oder gar Jahre dauern. Die Debatte um die Kornweihe sei kein Einzelfall. Immer wieder scheitere man an langwierigen Verfahren, willkürlichen Einsprüchen und strengen Naturschutzauflagen. „Wir stehen jetzt vor der Wahl, ob wir die Energiewende umsetzen oder weiter auf fossile Energien setzen – mit all den Folgen für das Klima“, warnt Zach.

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