01.06.2013 17:02 |

Zulagen-Regelung

EU-Beamte zahlen nur 12 Prozent Lohnsteuer

Ziemlich laut fordern nun auch EU-Politiker wie Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso eine europaweite Steuergerechtigkeit ein. Doch offizielle Gehaltsrechner der EU zeigen: Die EU-Beamten zahlen selbst nur 12 Prozent Lohnsteuer - weil sämtliche Zulagen steuerfrei bleiben. Reformversuche scheiterten.

Immerhin 2.242 EU-Beamte sind in der Gehaltsstufe 12 (von 16), unter ihnen 65 Österreicher. Von ihrem Brutto-Monatsgehalt von 10.803,55 Euro kommen nicht weniger als 9.568,55 Euro aufs Konto (siehe Grafik im Bild 2). Denn: Für alle Extras wie Haushaltszulage, Auslandszulage etc. wird keine Lohnsteuer verrechnet. Es bleibt eine Abgabenbelastung von lediglich 12 Prozent. Ein Österreicher dieser Gehaltskategorie hätte 45,84 Prozent seines Lohns an den Staat abzuliefern.

Mit diesen Fakten aus dem Internet-Gehaltsrechner der 46.000 EU-Beamten sorgte jetzt der britische EU-Parlamentarier Nigel Farage für ziemlich viel Aufregung in Brüssel - und auch dafür, dass der EU-Brutto-Netto-Rechner sofort vom Netz genommen wurde. EU-Sprecher meinen dazu: "Die Mitarbeiter der EU zahlen zwischen 8 und 45 Prozent Lohnsteuer." Dass die vielen Zulagen steuerfrei bleiben, wird aber bestätigt.

SPÖ für Reform des EU-Zulagensystems
Dass dieses System noch immer existiert, ist für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas unverständlich: "Das hat sich zu ändern. Unsere EU-Parlamentarier arbeiten aber daran." Beim Thema Steuergerechtigkeit müssten jedoch auch die österreichischen Politiker "vor der eigenen Tür kehren", meint Rudas: Die Einführung der "Millionärssteuer" sei überfällig.

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