Nächster Paukenschlag

Nach Lieferstopp: OMV kündigt Vertrag mit Gazprom!

Wirtschaft
11.12.2024 19:24

Nachdem die russische Gazprom bereits Mitte November die Lieferungen nach Österreich eingestellt hat, folgt nun der nächste Paukenschlag. Die OMV kündigt jetzt den langfristigen Liefervertrag mit Gazprom.

„OMV Gas Marketing & Trading GmbH (OGMT) hat soeben beschlossen, den österreichischen Liefervertrag mit Gazprom Export (GPE) mit sofortiger Wirkung zu kündigen“, heißt es in einer Aussendung der gashub.at am Mittwochabend.

Aus Sicht des Konzerns hat Gazprom „grundlegende Vertragsverstöße begangen“, da seit dem 16. November 2024, 06:00 Uhr MEZ, keine Erdgaslieferungen unter diesem Vertrag mehr erfolgt seien.

Russisches Gas fließt aber noch
Gazprom hatte die Lieferungen an die OMV eingestellt, nachdem der österreichische Erdölkonzern ein Schiedsgerichtsurteil zum Anlass genommen hatte, 230 Millionen Euro nicht an Gazprom zu zahlen. Allerdings ist russisches Gas seither weiter nach Österreich gekommen – nur nicht unter den Bedingungen des Vertrags zwischen der OMV und dem russischen Staatskonzern und nicht direkt an die OMV. Stattdessen wurde es über die Gasbörse verkauft – und könnte so zumindest teilweise erst wieder zur OMV gekommen sein.

Ausstieg schien bis zuletzt kaum möglich
Schon länger befasst sich die OMV mit einem Ausstieg aus den eigentlich langfristig vereinbarten Verträgen. Wenngleich die genauen Vertragsinhalte streng geheim sind, wurden noch unter der Kanzlerschaft von Sebastian Kurz fixe Liefermengen bis ins Jahr 2040 vereinbart. So war etwa verlangt, dass das Gas auf jeden Fall gezahlt werden muss, auch wenn es nicht abgenommen wird. Das widerspricht der Anforderung der Russland-Sanktionen, zügig aus russischem Gas auszusteigen.

Die entsprechenden Klauseln schienen bis zuletzt einen Ausstieg nahezu unmöglich zu machen. Durch den Lieferstopp änderten sich die Verhältnisse aber drastisch.

Der Konflikt zwischen dem russischen Energiegiganten Gazprom und der OMV hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Streitpunkt in der europäischen Energiepolitik entwickelt.

Die tiefgreifenden Veränderungen in der geopolitischen Landschaft, insbesondere der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, haben die Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen stark belastet.

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