Vor der nächsten Verhandlungsrunde um eine Gehaltserhöhung im Handel sprechen sich die Salzburger Betriebsräte für spürbare Protestmaßnahmen aus. Scheitern auch die nächsten Runden, steht ein Streik im Weihnachtsgeschäft im Raum.
Wegen der stockenden Kollektivvertragsverhandlungen im Handel haben sich auch in Salzburg die Betriebsräte zu einer Konferenz getroffen. Vor der heutigen vierten Verhandlungsrunde stellten die Personalvertreter weitere Maßnahmen in den Raum.
Die Gewerkschaft will ein Plus von 4,3 Prozent, die Arbeitgeber bieten 3,1 Prozent. Der Weg zu einem Ende der Verhandlungen ist noch weit. „Wir hoffen, dass wir heute gut abschließen können“, sagt Veronika Aigner-Lederer, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Billa. „Sonst werden wir weitere Maßnahmen machen, bis hin zu Streiks“, kündigt Aigner-Lederer an. Nachsatz: „Wir haben ein Interesse daran, dass jeder jedem entgegenkommt.“
Trotz möglicher Pleiten viele offene Stellen
Aktuell ist ein Streik noch kein Thema. Sollte die heutige Verhandlungsrunde scheitern, sind erste Maßnahmen am für den Handel wichtigen „Black Friday“ angedacht. Scheitern auch weitere Gespräche, sei ein Streik wie im vergangenen Jahr im Weihnachtsgeschäft nicht auszuschließen.
Dass Gehaltserhöhungen nur in Erspartes fließen würde, wie von Arbeitgeberseite argumentiert wird, lässt Michael Huber, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA, nicht gelten. „Der Handel ist keine überbezahlte Branche. Wer Waren in die Regale schlichtet, spart kaum etwas. Jede Erhöhung fließt direkt in den Konsum“, erklärt Huber.
Auch wirtschaftliche Probleme einiger Betriebe sind für Huber kein Argument: „Ich kann keine Branche durch Gehaltsverzicht am Leben erhalten. Da sind Management-Fehler passiert.“ Um die Beschäftigten der insolventen Kika/Leiner-Gruppe ist es ihm nicht bange: „Wir haben allein in Salzburg 1352 offene Stellen im Handel. Die Kollegen würden schnell etwas anderes finden.“
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