Eine 56-jährige ungarische Staatsbürgerin wurde am Dienstagmorgen in Wien-Ottakring von Zielfahndern des Landeskriminalamtes festgenommen. Gegen die Ungarin liegt seit Donnerstag ein EU-Haftbefehl vor. Sie sei wegen sexueller Ausbeutung von Kindern und Missbrauchsdarstellungen in Ungarn bereits verurteilt worden.
Laut Polizeisprecher Markus Dittrich wurde die Frau bereits im Jahr 2012 wegen sexueller Ausbeutung von Kindern und Missbrauchsdarstellungen Unmündiger rechtskräftig verurteilt. Doch erst am Donnerstag wurde die 56-Jährige per EU-Haftbefehl gesucht. Die Beamten erhielten einen Hinweis, dass sich jene verurteilte Straftäterin in Österreich aufhalten soll.
Behörden ohne Kenntnis über Vorstrafe
Die Ungarin war tatsächlich unter ihrem normalen Namen in Wien gemeldet gewesen. Bisher gab es keinen Grund zur Festnahme, da laut österreichischen Behörden nichts gegen sie vorlag. Angesichts dessen wurde sie bisher auch nicht kontrolliert. Was in der Zeit zwischen ihrer Verurteilung im Jahr 2012 bis heute geschehen ist, darüber hätten die österreichischen Ermittler keine Informationen.
Frau gesundheitlich angeschlagen
Für ihre Tat müsste die Ungarin eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verbüßen. Bei ihrer Festnahme hätte sich die Frau nicht gewehrt, offenbar sei sie gesundheitlich schwer angeschlagen. Laut ihrer Aussage hätte sie Probleme mit der Lunge und benötige ein Sauerstoffgerät.
Die Beamten setzten die Frau über Anordnung der Staatsanwaltschaft bis zur Auslieferung auf freien Fuß. Das dürfte vor allem ihrem schlechten Gesundheitszustand geschuldet sein, weswegen die Behörden die Fluchtgefahr offenbar als eher vernachlässigbar einstufen.
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