Am Montagabend ist die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des Kollektivvertrags Sozialwirtschaft gescheitert. Die Sitzung wurde nach zehn Stunden unterbrochen, die Gewerkschaft kündigte Protest wie Demonstrationen und Betriebsversammlungen an.
Zur Sozialwirtschaft gehören Betriebe und Organisationen, die soziale Dienstleistungen anbieten, beispielsweise in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, in Behinderteneinrichtungen und Pflegediensten. Ungefähr 130.000 Menschen sind in Österreich in der Branche tätig.
Für sie wird wieder der neue Kollektivvertrag verhandelt. Die Gewerkschaft fordert ein Gehaltsplus von 6,1 Prozent, den Arbeitgebern ist das zu hoch. „Wir bieten von Anfang an die Inflation der betroffenen zwölf Monate an“, sagte Verhandlungsführerin Yvonne Hochsteiner. Es sei noch gar nicht klar, ob die Fördergeber hier mitgehen würden. Die Inflation liegt für den Zeitraum November 2023 bis Oktober 2024 bei 3,53 Prozent.
GPA: Wertschätzung fehlt
„Wir sind punktuell gesprächsbereit, allerdings muss alles in einem realistischen Rahmen bleiben“, sagte Hochsteiner. GPA-Verhandlerin Eva Scherz entgegnete, dass eine reine Inflationsabgeltung nicht die Wertschätzung zeige, die sich die Beschäftigten verdienten. Um die Branche attraktiver zu machen, bräuchte es sowohl ein höheres Gehalt als auch bessere Arbeitsbedingungen.
Wir sind punktuell gesprächsbereit, allerdings muss alles in einem realistischen Rahmen bleiben.
Yvonne Hochsteiner, Verhandlerin der Dienstgeber
Die Gewerkschaft hat nun Betriebsversammlungen in ganz Österreich, eine Betriebsrätekonferenz in der Steiermark und eine Demonstration in Wien angekündigt. Zudem ist eine Kundgebung in Linz geplant. Am 22. November unterbrechen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Tätigkeiten für sechs Minuten.
Die nächste Verhandlungsrunde gibt es am 25. November. Der neue Kollektivvertrag gilt bereits ab 1. Jänner 2025.
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