Die 14-jährige Oberösterreicherin benötigte zum Überleben dringend ein neues Herz. Bei der Transplantation erlitt sie aber einige Schlaganfälle. Sie musste mehrfach reanimiert werden, schwebte tagelang zwischen Leben und Tod. Infolge eines Organversagens muss sie sich nun regelmäßig einer Dialyse unterziehen und benötigt einen Rollstuhl. Ihr Elternhaus muss behindertengerecht umgebaut werden.
Die Krankheitsgeschichte der 14-jährigen Anna aus dem Bezirk Linz-Land ist mit Tragödien nur so gespickt. Der Schülerin gelang es, dem Tod schon mehrfach von der Schaufel zu springen.
„Ich bewundere sie total, sie hat eine extrem starke Persönlichkeit“, schwärmt Mama Sandra (38). Die Sorgen um den Gesundheitszustand der Tochter beschäftigen sie im Grunde seit Annas Geburt, als diese mit einem schweren Herzfehler (Hypoplastisches Linksherzsyndrom) zur Welt gekommen war.
Mehrfach reanimiert
In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde es aber so richtig dramatisch. Annas Herz erbrachte kaum noch Leistung, sie musste mehrfach wiederbelebt werden, ihre einzige Überlebenschance war eine Transplantation.
„Am 2. April kam endlich der Anruf, dass ein Herz da ist. Wir sind sofort nach Wien gefahren, wo der Eingriff um 15.30 Uhr startete.“ Bis um 5.30 Uhr früh wurde operiert, und zunächst sah alles positiv aus. „Das neue Herz hat sofort geschlagen, brauchte keine Unterstützung.“
Vier Tage später wurde Anna aus dem Tiefschlaf geweckt – sie war aber verwirrt, hustete stark. Während ihr Oberkörper sehr unruhig war, bewegte das Mädchen seine Beine nicht. „Ich dachte sofort, da stimmt etwas nicht“, sagt Sandra, die bei Ärzten Alarm schlug.
Eine MRT bestätigte ihren Verdacht: Anna hatte während der Transplantation Schlaganfälle im Gehirn und im Spinalkanal der Wirbelsäule erlitten. Die Folge: Inkomplette Querschnittlähmung vom Becken abwärts.
Organversagen
Durch Hustenanfälle dürfte sich in einer Arterie der hinteren Lunge ein Gefäß geöffnet haben. Anna verlor viel Blut, brauchte Unmengen an Blutkonserven. Ihre Lunge, Leber und Nieren versagten. „Die Ärzte meinten, dass sie intensivmedizinisch nichts mehr tun könnten. Es liege nun allein an Anna, ob sie es schafft.“
Das Mädchen lag 13 Wochen auf der Intensivstation und kämpfte sich tapfer wieder zurück. Doch am Vorabend des 1. Mai trat plötzlich starkes Herzflimmern auf, Anna erlitt einen Herzstillstand, brauchte 13 Schockabgaben mit dem Defibrillator, wurde viermal reanimiert. Die 14-Jährige überstand auch das.
Offene Wunden und Dauer-Brechreiz
Nach sieben Monaten im Spital konnten sie und Sandra endlich nach Hause, wo ihre Schwester (17) sie sehnsüchtig erwartete. Anna braucht aber regelmäßig Blutkonserven, ihr Immunsystem ist herabgefahren, sie muss zur Dialyse, hat aufgrund des langen Liegens offene Wunden und übergibt sich mehrmals täglich.
Für Alleinerzieherin Sandra nehmen die Sorgen leider nicht ab: das Haus muss behindertengerecht umgebaut werden. Geschätzte Kosten: 90.000 Euro.
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