


Eine Schatzkiste der forstlichen Geschichte wird von den Bundesforsten im Wienerwald gehütet, wo man auf mehr als 350 Jahre Holzarbeit zurückblicken kann. Und auch heute noch leistet manch generalsaniertes besonderes und schützt sogar vor dem Hochwasser.
Wir haben im Laufe der vielen Jahresringe hier an der Salygraben-Forststraße Schöpfl mehr als 700 historische Forstmess- und Markierungsgeräte gesammelt und bewahren hier die Geschichte der forstlichen Urbarmachung des Wienerwaldes auf“, schildert Kustos Horst Schmid, der dieses Ökojuwel für den örtlichen Dorferneuerungsverein seit Jahrzehnten hütet. Schon in „grüner“ Vorzeit prägte der Gedanke der Nachhaltigkeit, sprich: die Aufforstung, das Handeln der Männer im Waldesdunkel. Denn das Nachsetzen gefällter Baumriesen wurde eindrucksvoll als „Gebot der Stunde“ per Aufruf ans Försterherz gelegt.
Das Museum liegt in unserem Revier. Hier kann tief in die Lebensumstände und Arbeitstechniken der Holzfäller von einst eingetaucht werden.

Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl
Bild: Gabriele Moser
272 Jahre Betriebszeit …
Besonderen Stellenwert hat in diesem kleinen Universum aber auch die im Jahre 1667 unter Kaiser Leopold I. in Klausen-Leopoldsdorf errichtete Holztriftanlage. Diese hatte im Endausbau 14 Klausen. Mit einer Betriebszeit von 272 Jahren und einer Gesamtschwemmleistung von 10 Millionen Festmetern zählt sie zu den bedeutendsten Leistungen vorindustrieller Zeit.
Das Konstrukt diente zum kostengünstigen und von Straßen unabhängigen Transport von Brennholzscheitern aus dem inneren Wienerwald bis zum Auffangrechen in Baden-St. Helena mit der Kraft des Wassers. Der Weitertransport zum Zielort Wien erfolgte mit Fuhrwerken und ab 1803 auch mit Fracht-Schiffen über den Wiener Neustädter Kanal. Die letzte Trift erfolgte 1939.



Klause leistet nun Schutz vor Hochwasser
Doch auch das Umfeld des Museums hat einiges zu bieten, so schließt gleich gegenüber eine Kernzone des Biosphärenparks Wienerwald an. Direkt neben dem Museum liegt die 1742 errichtete Salygrabenklause, auch liebevoll Schöpflklause genannt. „Wir haben sie 2010 generalsaniert, sie leistet nun als Rückhaltebecken bei Hochwassergefahr aktiven Flutschutz“, versichert der Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl.
Mehr Informationen unter: www.holztriftmuseum.at
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