Neue Rollen

Opposition rüstet sich für Arbeit im Landtag

Vorarlberg
24.10.2024 06:06
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Während sich ÖVP und FPÖ zu Koalitionsverhandlungen zurückgezogen haben und sich in Schweigen hüllen, regeln Grüne und SPÖ ihre Klubagenden und teilen die Sprecherfunktionen auf. Eva Hammerer und Reinhold Einwallner blasen noch vor der Angelobung zum Angriff auf ÖVP und FPÖ. 

So ganz verdaut haben die grüne Klubchefin Eva Hammerer und ihre Mitstreiter die Wahlpleite und den Rauswurf aus der Regierung noch nicht. „Es ist eine ungewohnte Zeit. Das Alte ist noch halb da, das Neue noch nicht ganz“, sagt sie. Um sich für die kommenden fünf Jahre neu aufzustellen, haben die vier verbliebenen Mandatare am Dienstag getagt und die Sprecherfunktionen neu vergeben.

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Mit weniger Mandataren gibt es mehr Arbeit. Aber künftig haben wir auch keinen beleidigten Regierungspartner mehr am Hals.

Eva Hammerer

„Ich stehe gerade vor dem Flipchart, auf dem meine Aufgaben notiert sind. Da sind ein paar brutale Brocken dabei“, berichtet Hammerer. So sind nicht nur die Themen Sicherheit und Frauen zu Eva Hammerer gewandert, sondern auch Gesundheit, Justiz und Rechnungshof. „Es ist ein riesiger Unterschied, ob man drei Mandate mehr oder weniger hat.“

Und ja, auch die spannende Frage, wer künftig den Klub der Grünen anführen wird, sei entschieden worden. „Wir haben aber nicht darüber gesprochen, wann wir es kommunizieren“, betont Hammerer und will nicht so recht mit dem Ergebnis herausrücken. Vieles allerdings spricht dafür, dass „Noch-Landesrat“ Daniel Zadra wieder Klubobmann wird und Hammer in die zweite Reihe tritt.

Von dort aus dürfte die Harderin in Zukunft kräftig gegen die Regierungsparteien schießen. FPÖ-Chef Christof Bitschi hatte in den vergangenen Monaten immer wieder sein Fett abbekommen. Ähnliches dürfte nun Wallner & Co. blühen, denn schließlich hätten die Grünen schon bald keinen „beleidigten Regierungspartner mehr am Hals“.

Tiefe Enttäuschung 
Bei der SPÖ, die sich vier Mandate erwartet, vom fünften geträumt und schließlich drei erhalten hat, sitzt die Enttäuschung immer noch tief. Zwar wird SPÖ-Chef Mario Leiter nicht müde zu betonen, dass die Partei geschlossen zusammensteht, dem Vernehmen nach, hat es hinter der schön gemalten Fassade aber ordentlich gekracht.

SPÖ-Chef Mario Leiter will Gas geben und den Landtagsklub der Roten anführen.
SPÖ-Chef Mario Leiter will Gas geben und den Landtagsklub der Roten anführen.(Bild: Mathis Fotografie)

„Wir haben die Wahl analysiert und werden der Landeswahlbehörde bis Freitag melden, wer welches Mandat annimmt“, berichtet Leiter. Ihm geht es vor allem darum, dass im Falle des Ausscheidens eines Abgeordneten ein geeigneter Nachfolger parat steht. Neben ihm werden Manuela Auer und Reinhold Einwallner im Landtag vertreten sein. „Wir sind motiviert und gut aufgestellt“, ist der angehende Klubobmann überzeugt. Reinhold Einwallner schielt schon mit einem Auge auf den Obmann-Posten des Kontrollausschusses und freut sich auf Rededuelle mit der FPÖ.

Ansonsten richtet er den Blick schon auf die Gemeindewahlen im Frühjahr. „Wir müssen die Ortsorganisationen aufbauen. Hier wollen wir auf Bildung und Kinderbetreuung setzen – Themen, die viele bewegen und bei denen die Kompetenz bei den Gemeinden liegt.“

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