Prozess in Innsbruck

Spionage-Krimi: Türken an Geheimdienst verraten?

Tirol
22.10.2024 07:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Ein in Tirol lebendes Trio soll unter anderem Mitglieder der oppositionellen Gülen-Bewegung an den türkischen Geheimdienst verraten haben. Im Prozess in Innsbruck weisen sie die Anschuldigungen zurück.

Fotos sowie Film- und Tonbandaufnahmen waren am Montag am Innsbrucker Landesgericht rigoros untersagt. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen startete ein brisanter Spionageprozess. Drei in Tirol lebende Türken – zwei Männer und eine Frau – sollen den türkischen Geheimdienst Milli Istihbarat Teşkilatı – kurz MIT – mit Informationen über in Österreich „auffällige“ Landsleute versorgt haben.

Anhänger von Gülen bespitzelt
Betroffen sollen vor allem Anhänger vom nun in den USA verstorbenen Fetullah Gülen, Erzfeind von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, gewesen sein. Auch nahestehende Personen der kurdischen Arbeiterpartei PKK wurden offenbar bespitzelt.

Für Geheimdienst-Verhör in die Heimat gelockt
Die mutmaßlichen Spione sollen zudem zwei Männer mit dem Versprechen eines Goldgeschäftes in die Türkei gelockt haben, damit sie dort vom Geheimdienst verhört werden. Auch ein kompromittierendes Video eines in Österreich tätigen Religionslehrers sollen die Angeklagten übermittelt haben.

„Ich habe nichts mit dem MIT zu tun, weiß nichts von einem Gold-Deal und habe auch kein einschlägiges dreihundertseitiges Dossier mit Namen verfasst“, wies die Erstangeklagte, wie auch die beiden Männer, alle Anschuldigungen von sich. Mit dem Dossier wollte man lediglich gegen den Vorstand einer Moschee vorgehen, mit dem es Probleme gäbe. Den Geheimdienst würde die Frau nur aus Filmen kennen. Vertagt auf Mittwoch...

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