Nach dem Verkehrschaos schärft Tirol bei Fahrverboten auf der Brennerstrecke nach. Die ersten Optimierungen sollen bereits am Wochenende in Kraft treten. LH Anton Mattle lässt mit einer deutlichen Ansage aufhorchen.
Äußerst verkehrsintensive Tage gibt es auf der Brennerautobahn mittlerweile viele: „Nördlich von Tirol leben 100 Millionen Menschen, die gerne in den Süden fahren. Tirol kann und will aber keine breiteren Straßen bauen. Deshalb sind wir die einzige Region, die massiv Abfahrverbote eingeführt hat. Pkw, die beispielsweise an den Gardasee wollen, ist es grundsätzlich verboten, die Autobahn zu verlassen und einfach durch die Dörfer zu fahren“, verweist LH Mattle auf die bereits gesetzten Maßnahmen.
Polizisten und Kontrolleure beschimpft
Tirol wehre sich seit vielen Jahren gegen den überbordenden Verkehr. Jedoch seien die Kontrollen zwischenzeitlich alles andere als einfach geworden. „Kontrolleure und Exekutive berichten, dass sie von entnervten Autofahrern beschimpft werden“, berichtet LH Mattle, der deshalb an Autofahrer appelliert, auf Hauptverkehrsadern und Autobahn zu bleiben.
Bleiben Sie auf der Autobahn und den Hauptverkehrsadern und verstopfen Sie nicht die Verkehrswege der einheimischen Bevölkerung. Auch Sie wollen nicht, dass Ihre Heimatgemeinde von einer Blechlawine überrollt wird.
LH Anton Mattle
Navi-Geräte zeigen auch Schleichwege an
„Grundsätzlich sind neben der Verkehrsmenge die Navigationsgeräte und Smartphone-Apps das größte Problem, die bei Verzögerungen umgehend auf eine andere Route umleiten. Wir brauchen daher dringend ein Bundesgesetz, das Navi-Betreiber verpflichtet, temporäre Fahrverbote in ihre Systeme einzuspielen. Potenzielle Ausweichrouten wie beispielsweise über B 182 oder die L 38 könnten dann für Ortsunkundige buchstäblich von der Landkarte verschwinden“, erläuterte Verkehrs-LR Rene Zumtobel (SPÖ).
Bereits am Wochenende in Kraft
Bei einem gemeinsamen Treffen mit Polizei und Asfinag wurden weitere Maßnahmen beschlossen, um das Risiko eines Verkehrsinfarkts zu minimieren: Dazu gehören Anpassungen des Lkw-Dosierkalenders an Bauarbeiten auf der Luegbrücke, eine Verlängerung von Pkw-Abfahrverboten mit Aufstockung von Kontrollpersonal, zusätzliche Verkehrsposten in Baustellenbereichen und eine Dosierampel Richtung Norden.
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