Raketenabwehr
Israel hat „ernsthafte Munitionsprobleme“
Um die Luftverteidigung Israels nach den jüngsten schweren Raketenangriffen durch den Iran zu stärken, schicken die USA eine Batterie des hochmodernen Raketenabwehrsystems THAAD und ein dazugehöriges Team des US-Militärs nach Israel. Diese Meldung verbreitete das US-Verteidigungsministerium am Sonntag. Hinter dem „eisernen Bekenntnis der Vereinigten Staaten zur Verteidigung Israels“ stecken aber offenbar auch ernsthafte Munitionsprobleme.
Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge, der sich auf Angaben von Experten aus der Rüstungsindustrie und frühere Angehörige der US-Armee bezieht, könnte das Luftabwehrsystem der Israelis im Falle eines weiteren massiven Raketenangriffs aus dem Iran – sollte sich auch die Hisbollah im Libanon anschließen – „überdehnt werden“.
„Die US-Waffenlager sind nicht unbegrenzt. Die USA können nicht gleichzeitig die Ukraine und Israel versorgen. Wir sind an einem Kipppunkt angelangt“, warnt ein früherer Pentagon-Beamter gegenüber der Zeitung.
Auch wenn israelische Waffenproduzenten ununterbrochen arbeiten, dauert die Herstellung von Abfangraketen „nicht nur ein paar Tage“, meint Boaz Levy, Geschäftsführer der Firma Israel Aerospace Industries. „Wir müssen unsere Vorräte aufstocken“, so Levy.
Israel bekommt leistungsfähigstes System aus den USA
Die Verlegung einer THAAD-Einheit (Terminal High-Altitude Area Defense) kommt den Israelis da sehr gelegen. Das System erfasst Ziele in bis zu 300 Kilometern Entfernung und bis zu 150 Kilometern Höhe. Sie ist eine der leistungsfähigsten Raketenabwehrwaffen des US-Militärs. Die Vereinigten Staaten haben im vergangenen Jahr angesichts des Nahost-Konflikts bereits eine THAAD-Batterie in die Region verlegt, nicht aber nach Israel selbst.
Macron will Waffenlieferungen stoppen
Auch aus Deutschland kam die Zusicherung weiterer Waffenlieferungen. „Wir haben Waffen geliefert, und wir werden Waffen liefern“, kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz im Rahmen der Debatte des Bundestags zum Jahrestag des Hamas-Massakers in Israel in der Vorwoche an. Zuvor hatte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dafür ausgesprochen, im Rahmen umfassender Bemühungen um eine politische Lösung des Konfliktes im Gazastreifen die Lieferung von Waffen für den Einsatz dort zu stoppen.









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