Abseits des Landesparteitages der SPÖ arbeitete Hans Peter Doskozil schon an der Umsetzung der nächsten Pläne. Er kündigte an, dass das Land Burgenland das Gesundheitszentrum in Bad Sauerbrunn mit 300 Kurbetten und die Ambulanz in Eisenstadt vom französischen Konzern PAI nach dem Vamed-Deal kaufen wolle. Gespräche sind bereits im Gang.
Die umstrittene Spaltung von Österreichs größtem Gesundheitskonzern, der Vamed AG, ist erst vor zwei Wochen über die Bühne gegangen. Ursprünglich sollten 21 Reha-Zentren mit 3500 Mitarbeitern mehrheitlich zu dem französischen Private-Equity-Fonds PAI Partners wechseln. Abgesehen von ein paar wenigen Sonderfällen, hält nun PAI bei 70 Prozent des Reha-Geschäfts, 30 Prozent verbleiben beim früheren deutschen Mehrheitseigentümer Fresenius.
Bestimmte Anteile übernehmen
Gegen den „Ausverkauf der Gesundheit und Pflege“ hatte sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil schon kurz nach dem Bekanntwerden der weitreichenden Unternehmenspläne ausgesprochen. „Privaten Investoren geht es in erster Linie um Gewinn“, lautete einer seiner Einwände. Bereits im Sommer hatte Doskozil anklingen lassen, dass das Burgenland bestimmte Vamed-Anteile übernehmen will. „Sechs Prozent der Rendite, die jedes Jahr auf die Aktionäre entfallen, würden so direkt den Patienten zugutekommen“, hatte der Landeshauptmann angemerkt.
Gesundheit als oberste Priorität
Die jetzige Unternehmensgruppe, die den bisherigen Vamed-Geschäftsbereich Health Facility Operations eigenständig betreut, hebt besonders hervor, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Patienten stets höchste Priorität habe. Man werde investieren und um „innovative Lösungen“ für die Patientenversorgung bemüht sein, heißt es. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 60 Einrichtungen und 13.000 Mitarbeiter.
Jetzt will Doskozil direkt eingreifen. „Der Vamed-Verkauf des Gesundheits-, Kur- und Reha-Zentrums in Bad Sauerbrunn und der Ambulanz in Eisenstadt mit mehr als 250 Mitarbeitern konnte leider nicht verhindert werden, da dem Land die rechtlichen Möglichkeiten dazu fehlten“, bedauert SPÖ-Klubobmann Roland Fürst.
Gespräche laufen bereits
Allerdings seien bereits erste Gespräche mit dem französischen Konzern über einen etwaigen Kauf voll im Gang. „Wir wollen, dass die Gesundheitsinfrastruktur im Interesse der Bevölkerung in burgenländischer Hand bleibt. Wir stehen zu unserem Wort und werden alles versuchen, damit der Deal gelingt“, sagt Fürst.
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