Das deutsche Boulanger Trio eröffnete Dornbirn Klassik mit Musik von Frauen. Das Programm warf durchaus einige Fragen auf.
Die Klassische Musik war lange eine Männerbastion, vor allem im Bereich der Komponisten und Dirigenten. Nun werden auch diese Bereiche von Frauen erobert, was etwa auch der Vorarlberg Kompositionspreis zeigt, der diese Woche an Gerda Poppa verliehen wurde. Zudem widmen sich eine Reihe Ensembles komponierenden Frauen in der Vergangenheit. Das Boulanger Trio brachte nun weibliche Musik aus mehreren Jahrhunderten ins Dornbirner Kulturhaus. Birgit Erz, Violine, Ilona Kindt, Violoncello und Karla Haltenwanger, Klavier nennen ihr Ensemble nach den Schwestern Lili und Nadia Boulanger.
Letztere war eine gesuchte Lehrerin, die eine ganze Generation Komponisten prägte, Lili, geboren 1893, war selbst eine begnadete Komponistin, die aber bereits mit 24 Jahren starb. Ihr Liederzyklus „Clarières dans le ciel“ war in der Bearbeitung für Klaviertrio das wohl eindrucksvollste Werk des Programms. Begonnen hat dieses mit einem Stück der barocken Barbara Strozzi, ebenfalls bearbeitet. Sehr ansprechend war ein Klaviertrio der Schwedin Elfrida Andrée: formal gut gestaltet, sehr duftig gesetzt. Das Programm wird es in Kürze auch auf CD geben. Manch ein Wunsch blieb bei der Ausführung offen, zudem fragt man sich: Warum so viele Bearbeitungen? Die Zugabe, ein Stück von Lili Boulanger, überzeugte aber.
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