Gelungener Start der Folgemission von DART im Bereich der planetaren Asteroidenabwehr: Die ESA-Sonde „Hera“ ist am Montag, um 16.58 Uhr MESZ, an Bord einer Falcon-9-Rakete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus in Richtung des Asteroiden Dimorphos abgehoben (siehe Video oben), den sie in 26 Monaten erreichen soll.
„Hera“ ist eine Folgemission: Vor zwei Jahren schlug im Rahmen der Mission DART (Double Asteroid Redirection Test) eine Sonde der Raumfahrtbehörde NASA absichtlich in den Asteroiden Dimorphos (auch Didymoon bezeichnet, Anm.) – mit seinen rund 150 Metern Durchmesser Teil eines Doppel-Asteroidensystems, dessen zweiter Asteroid den Namen Didymos trägt – ein.
Kurs von Asteroid mit DART verändert
Ende September 2023 gelang es mithilfe von DART erstmals, den Kurs eines Asteroiden durch menschengemachte Technik zu verändern: Seither umkreist Dimorphos (Bild unten) als Mond den Zentralkörper Didymos in etwa 11,5 anstatt wie zuvor in zwölf Stunden.
Einschlagkrater wird untersucht
Die Sonde „Hera“ soll nun erkunden, was damals genau passiert ist und wie effizient der Einschlag wirklich war: Mit den mitgeführten Gerätschaften werden der Einschlagkrater auf Dimorphos untersucht, die Masse des Asteroiden bestimmt und auch seine inneren Eigenschaften erhoben – um damit auch für die künftige planetare Asteroidenabwehr zu lernen.
Planetare Asteroidenabwehr sei nicht so weit weg, wie man häufig meint: „Es kommt immer wieder vor, dass Asteroiden auf die Erde einschlagen“, erläutert Rolf Densing, der ESA-Direktor für den Missionsbetrieb, unter Verweis auf das Tscheljabinsk-Ereignis im Ural im Februar 2013, das ein etwa 20 Meter großer Asteroid auslöste. Rund 1500 Menschen wurden damals bei der Explosion des Brockens über Russland verletzt, meist von zersplitterndem Fensterglas.
Auch Technik aus Österreich an Bord
„Hera“ hat zwölf Instrumente an Bord sowie zwei weitere Kleinsatelliten, die unabhängig von der Raumsonde operieren werden. Unter den beteiligten Institutionen und Unternehmen aus den 18 beteiligten ESA-Mitgliedsstaaten – zudem war Japan mit an Bord – findet sich auch das österreichische Weltraumunternehmen Beyond Gravity. Es lieferte Antriebselektronik für jene Mechanismen, die zur Stromversorgung die Solarpaneele optimal zur Sonne ausrichten.
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