Drama mit 23 Toten

Thailand: Fahrer stellte sich nach Schulbus-Brand

Ausland
02.10.2024 09:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Beim Brand eines Schulbusses in Thailand sind 20 Kinder und drei Lehrerinnen gestorben. Nach dem Unglück flüchtete der Fahrer, nachdem er vergeblich versucht hatte, die Flammen zu löschen. Nun stellte sich der 48-Jährige der Polizei.

Die Gruppe im Bus war gerade auf einem Schulausflug in der Nähe von Bangkok. Nachdem ein Reifen geplatzt war, soll der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren haben: Der Bus schrammte an Straßenabgrenzungen entlang und fing dabei Feuer. 

Der Bus, der mit zwei weiteren Bussen in einem Konvoi unterwegs war, soll gasbetrieben und damit besonders anfällig für Feuer gewesen sein. Neben den 23 Toten hatte es bei dem Unglück auch mehrere weitere verletzte Kinder gegeben. 

Im Wrack spielten sich tragische Szenen ab – der Notausgang ließ sich offenbar nicht öffnen.
Im Wrack spielten sich tragische Szenen ab – der Notausgang ließ sich offenbar nicht öffnen.(Bild: APA/AFP)

Fahrer wird fahrlässiges Fahren vorgeworfen
Der 48-jährige Fahrer war zunächst geflohen, nachdem es ihm nicht gelungen war, die Flammen mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle zu bringen. Nachdem er sich bei der Polizei gestellt hatte, wurde er von dieser einvernommen. Ihm werde fahrlässiges Fahren vorgeworfen, das zu Todesfällen, Verletzungen und Sachschäden geführt habe, hieß es. Auch wird er der unterlassenen Hilfeleistung beschuldigt.

Notausgang ließ sich nicht öffnen
Der Fahrer bestätigte gegenüber den Behörden die Aussagen von Augenzeugen, dass ein geplatzter Reifen für das Unglück verantwortlich war. Besonders tragisch: Der Notausgang ließ sich offenbar nicht öffnen. Dem zuständigen Busunternehmen sei vorübergehend die Lizenz entzogen worden, berichtete die Zeitung „The Nation“.

Die meisten Opfer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt
Insgesamt befanden sich 38 Schüler im Alter zwischen sechs und 15 Jahren sowie ihre sechs Begleiter in dem Bus. Sie waren aus der Provinz Uthai Thani unterwegs zu einem Ausflug in die 200 Kilometer entfernt liegende Hauptstadt Bangkok. Laut dem Sender ThaiPBS World sind die meisten Opfer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Um die Toten zu identifizieren, seien DNA-Proben von Angehörigen entnommen worden.

Thailand gehört zu den Ländern mit den meisten schweren Verkehrsunfällen weltweit. Besonders häufig sind Motorradfahrer betroffen. Oft sind ganze Familien ohne Helm auf einem einzigen Motorroller unterwegs. Ursache der vielen schweren Unfälle sind neben dem schlechten Straßenzustand, überhöhter Geschwindigkeit und Trunkenheit am Steuer auch veraltete Fahrzeuge, die nicht genug gewartet werden.

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