Zu Beginn noch umstritten, hat sich die Medizin-Fakultät in Linz mittlerweile als vierter Standort der Ärzte-Ausbildung in Österreich etabliert. 330 Studierende sollen in Oberösterreichs Landeshauptstadt pro Jahrgang im Vollausbau starten. Am Dienstag feierte die Uni ihren zehnten Geburtstag.
Mit einer akademischen Feier, an der rund 300 Gäste aus Wissenschaft, Medizin, Politik und Wirtschaft sowie Kooperationspartner und Weggefährten teilnahmen, hat die Medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz am Dienstag ihr zehnjähriges Gründungsjubiläum begangen. Ein Schulterschluss zwischen Stadt, Land und allen Beteiligten machte ein Medizinstudium in Oberösterreich wider alle Kritik möglich.
Die vergleichsweise junge medizinische Forschungs- und Ausbildungseinrichtung beschritt von Beginn an neue Wege mit einem Studium im Bachelor-Master-System, das forschungsgeleitet, praxisnah und zukunftsorientiert gestaltet ist. Derzeit starten 320 Erstsemestrige pro Jahr (im Endausbau sollen es 330 sein), insgesamt sind 1.600 Studierende an der Fakultät in Linz. „Innovative Lehrmethoden, wie die Virtuelle Anatomie im JKU medSPACE, werden ausschließlich am Standort Linz angeboten“, sagte Rektor Stefan Koch. „Der interfakultäre Austausch bereichert die gesamte Universität.“
Stetiger Ausbau
„Wir haben erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Im nächsten wichtigen Entwicklungsschritt werden wir die Forschung weiter vorantreiben“, so Elgin Drda, Vizerektorin für Medizin und Dekanin der Medizinischen Fakultät der JKU, die in ihrer Festrede Ärztinnen und Ärzten als „die wahren Pionierinnen und Pioniere“ sowie Wegbegleitern und Mitarbeitenden dankte. Mittlerweile wurden 22 Lehrstühle berufen, es gibt neun Tenure-Track-Professuren und drei klinische Forschungsinstitute, zehn hoch spezialisierte Forschungseinheiten, 130 Lehrordinationen sowie zwölf Lehrkrankenhäuser.
Viel Kritik zu Beginn
Wissenschaftsminister Martin Polaschek (ÖVP) attestierte der Medizinischen Fakultät starke Weiterentwicklung in den zehn Jahren. „Was 2012 als mutige Idee begann, hat sich zu einer festen Säule in der österreichischen medizinischen Ausbildung und Forschung entwickelt“, sah er wie Polit-Spitzen aus Land und Stadt die selbst bei ihrer Gründung noch umstrittene Fakultät als Gewinn. Die Medizin-Unis in Wien, Graz und Innsbruck, andere Bundesländer, die Rektorenkonferenz und der Wissenschaftsrat hatten sich anfangs gegen die Neugründung gestellt.
60 Studierende starteten
Am 2. Juli 2013 wurde aber eine Einigung über die Finanzen erzielt, am 10. Juli stimmte die Hochschulkonferenz unter Bedingungen der Medizin-Fakultät in Linz zu, im August fixierte die Regierung die 15a-Vereinbarung zur Gründung und im Herbst 2014 begannen die ersten 60 Studierenden ihre Ausbildung an der Linzer Medizin-Fakultät, allerdings in den ersten vier Semestern in Graz. Ein Campusgebäude wurde am Gelände des Kepler Universitätsklinikums (KUK) gebaut, das aus dem ehemals städtischen AKh, der Landes-Frauen- und Kinderklinik und der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg entstand. Im September 2021 wurde der MedCampus eröffnet, der nun die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Gründungsjubiläum beherbergt.
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