Die Hochwasser-Situation im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag bleibt weiter angespannt. Die „Krone“ war auf einem Lokalaugenschein in Kapfenberg.
In der Kleingartenanlage in der Johann-Böhm-Straße in Kapfenberg watet man knöcheltief durch den Gatsch. Das Hochwasser der angrenzenden Mürz hat die Anlage mit Schlamm überzogen. „Eigentlich wollten wir gestern auf Urlaub fahren“, erzählt uns die Tochter einer Parzellenbesitzerin. „Stattdessen ist schaufeln angesagt.“ An der Hecke sieht man, dass das Wasser über einen halben Meter hoch stand. Und obwohl das hübsche Häuschen wegen seiner Nähe zur Mürz sicherheitshalber sogar aufgebockt steht, ist das Wasser eingedrungen.
Auch in einem Nachbargarten wird gerade der Unwetterschaden begutachtet. „Wir warten aber jetzt ab, ob noch was nachkommt. Sonst haben wir die doppelte Arbeit mit dem Aufräumen“, erklärt ein freundlicher Herr, der mit seinen Turnschuhen im Schlamm steht.
Nicht weit entfernt im China-Restaurant Mandarin laufen auch die Aufräumarbeiten. Das Traditions-Lokal liegt ebenfalls direkt an der Mürz, die bei unserem Besuch tosend vorbeirauscht. „Unsere Pumpe war zu schwach“, erzählt uns ein Mitarbeiter. „Wir mussten die ganze Nacht mit Kübeln das Wasser aus dem Keller befördern.“ Auch der Boden ist in Mitleidenschaft gezogen, die Fliesen gebrochen. „Das Wasser drückt von unten durch“, seufzen die erschöpften Mitarbeiter. Alle hoffen trotzdem, dass sie mit einem blauen Auge davonkommen werden.
Im benachbarten Thörl arbeiteten Mitarbeiter des Straßenerhaltungsdienstes Montagvormittag auf Hochtouren an der gesperrten B20, die in den Mittagsstunden dann wieder freigegeben werden konnten. Auch die Verklausung des Feistringbach konnte mittels Bagger glücklicherweise gelöst werden.
Im Ort selbst war am Nachmittag somit leichtes Durchatmen angesagt. Bürgermeister Günther Wagner: „Derzeit spricht die Wetterprognose für uns. Wir bleiben aber in Bereitschaft.“
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