Ex-Tennis-Spieler und Reality-TV-Teilnehmer Daniel Köllerer will ob der Doping-Causa um Jannik Sinner, dass der ÖTV seine lebenslange Sperre bekämpft. „Jetzt gäbe es eine echte Angriffsfläche“, sagt der Schleißheimer, der vom Tennis-Verband aber nur enttäuscht wurde.
Lebenslänglich! In Österreich bedeutet das im Schnitt 21 Jahre! „Ich bin doch kein Mörder, sondern war nur Sportler – aber lebenslänglich scheint bei mir wirklich lebenslang zu sein, obwohl ich ohne Beweis verurteilt bin“, sagt Ex-Tennis-Profi Daniel Köllerer.
Der am 31. Mai 2011 als Nr. 55 der Welt wegen des angeblichen Versuchs von Spielmanipulationen in drei Fällen gesperrt und zu einer Strafe von 100.000 € verurteilt wurde, ohne dass eine Bereicherung nachgewiesen werden konnte. „Trotzdem darf ich nicht mal in Buxtehude auf den Platz, wenn dort Senioren ihre Meisterschaft austragen“, sagt der 41-Jährige, der weder national noch international bei Turnieren bzw. Liga-Partien als Spieler, Coach oder Betreuer auftreten darf.
„Völlig unverhältnismäßig“
„Die Strafe klingt völlig unverhältnismäßig“, sagt Top-Jurist Peter Vogl auf Anfrage der „Krone“. Allen voran in Anbetracht der Tatsache, wie die Tennis-Welt derzeit mit ihrer Nr.1 umgeht. Jannik Sinner hatte im März zwei positive Doping-Tests abgegeben, war zweimal provisorisch gesperrt worden, hatte aber jeweils mit Erfolg berufen. Dazu hatte die ATP die Causa monatelang nicht öffentlich gemacht und nicht einmal die nationalen bzw. internationale Antidopingagentur informiert. Der Italiener durfte weiterspielen – ihm wurden nur die Punkte und Preisgeld von Indiane Wells abgezogen.
„Echte Angriffsfläche“
„Was tun das dem die 250 Punkte und 100.000 Dollar weh?“, fragt Köllerer, der aufgrund des Falls letzte Woche ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer per Mail zu überzeugen versucht hat, dass nun der beste Zeitpunkt wäre, um die Sperre beim internationalen Verband zu bekämpfen. „Eigentlich muss der ÖTV für seine Spieler und Ex-Spieler das Beste wollen. Jetzt gäbe es eine echte Angriffsfläche“, sagt der Schleißheimer, der im Mail wortwörtlich schrieb:
„Sinner: Beweise ja, Sperre nein“. Und:
„Köllerer: Beweise sein, Sperre ja!“
„Obwohl ein Gnadengesuch für mich der letzte Strohhalm wär’, bekam ich keine Antwort“, so Köllerer: „Dabei hatte ich meine Dienste für Österreich geleistet – auch im Davis Cup!“ Und weiter: „Hätt’ ich wen umgebracht, dürfte ich vielleicht schon wieder arbeiten!“
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