„Stach auf Hälse ein“
Messer-Terror in Solingen: Mindestens drei Tote
Schreckliche Szenen bei einem Stadtfest im deutschen Solingen (Nordrhein-Westfalen): Ein Angreifer soll mindestens drei Menschen getötet und fünf weitere schwerst verletzt haben. Tatwaffe sei ein Messer gewesen, der Täter habe damit auf den Halsbereich seiner Opfer gezielt.
Der Angriff soll laut „Bild“-Zeitung gegen 21.45 Uhr begonnen haben. Der Verdächtige habe „arabisch“ ausgesehen und sei auf der Flucht. Er habe zuvor „wahllos auf Menschen eingestochen“, hieß es nach ersten Informationen.
In der Nacht auf Samstag wurden die Berichte konkreter: Der Mann soll mit dem Messer gezielt auf die Hälse seiner Opfer eingestochen haben. Die Tat werde als Terroranschlag und nicht als Amoklauf eingestuft.
Täter tauchte im Tumult unter
„Wir haben derzeit keinen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort“, sagte ein Polizeisprecher gegen 1 Uhr nachts zur Fahndung. Es sei dem Täter gelungen, im Tumult und in der sich anfangs ausbreitenden Panik zu entkommen.
Anrainer sollten Häuser nicht verlassen
Die Polizei stehe mit Hubschraubern im Großeinsatz, hieß es. Die „Bild“ schrieb von schwer bewaffneten SEK-Einheiten mit rund 40 Spezialfahrzeugen, die aus dem gesamten Bundesland zusammengezogen worden seien. Anrainer wurden gebeten, in ihren Häusern zu bleiben.


















Bislang angeblich drei Tote
Laut regionalen Berichten kämpften Dutzende Rettungskräfte um das Leben von Menschen, Opfer wurden reanimiert. Drei Menschen sollen aber verstorben sein. Die Toten, eine Frau und zwei Männer, lägen noch am Tatort.
Bewaffnete Beamte standen am Einsatzort und sicherten diesen. Es gab Absperrungen in der ganzen Stadt. Sichtschutzwände waren aufgebaut.
Es zerreißt mir das Herz, dass es zu einem Attentat auf unsere Stadt kam. Ich habe Tränen in den Augen, wenn ich an diejenigen denke, die wir verloren haben. Ich bete für alle, die noch um ihr Leben kämpfen.
Oberbürgermeister Solingens, Tim Kurzbach
Hoffentlich gelingt es den Rettungskräften, die noch lebenden Verletzten zu retten und der Polizei, den feigen und erbärmlichen Täter auf der Flucht zu fassen.
Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach
Der Angreifer hat wahllos mit einem Messer auf Menschen eingestochen. Deshalb gehen wir momentan von einem Anschlag aus. (...) Nach dem Angreifer wird mit einem Großaufgebot gefahndet, wir wollen unbedingt den Täter festnehmen.
Hauptkommissar Sascha Kresta, Sprecher der Polizei Wuppertal
Tatort war der Fronhof, ein Marktplatz in der Innenstadt. Dort stand eine Bühne für Livemusik, berichtete die dpa. In einem Café sei ein provisorisches Lagezentrum für die Einsatzkräfte eingerichtet worden.
Videos vom Ort des Geschehens kursierten auf X:
Die Stadt Solingen reagierte auf Facebook:
„Festival der Vielfalt“
Das Stadtfest fand am Freitagabend in Solingen ausgerechnet unter dem Motto „Festival der Vielfalt“ statt. Die Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf wollte so ihren 650. Geburtstag begehen. 80.000 Besucher waren an insgesamt drei Tagen erwartet worden.
„Menschen geschockt, aber friedlich“
Tausende Besucher hätten laut „Solinger Tageblatt“ der Aufforderung, den Festplatz ruhig zu verlassen und nicht in Panik zu verfallen, Folge geleistet. „Die Menschen sind geschockt, aber friedlich vom Platz“, berichtete einer der Organisatoren.
Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte angesichts der Zunahme von Messerangriffen erst kürzlich eine Verschärfung des Waffenrechts angekündigt – die Klingenlänge sollte beschränkt werden.
Die Kontrolle eines solchen Verbots sei allerdings enorm zeit- und auch personalintensiv, meinte sie. Doch den deutschen Polizeigewerkschaften gingen die Vorschläge ohnehin nicht weit genug. Die forderten ein generelles Messerverbot.








Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.