Ein DJ aus dem Raum Linz soll nicht nur Musik aufgelegt, sondern auch andere reingelegt haben. Und zwar im großen Stil: 59 Opfern soll der 38-Jährige große Gewinne aus Krypto-Investments versprochen, das Geld aber für Sportwetten verwendet haben. Die Staatsanwaltschaft lastet ihm schweren gewerbsmäßigen Betrug an.
Experte für Musik und Investments – so gab sich ein 38-jähriger Diskjockey aus dem Bezirk Linz-Land offenbar aus. Vorerst hat es sich für den DJ aber ausgespielt: Er sitzt seit Jänner in Untersuchungshaft. Und nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Verdachts auf schweren gewerbsmäßigen Betrugs erstattet, die Strafandrohung dafür liegt bei einem bis zehn Jahren Haft.
Sportwetten statt Gewinnausschüttungen
Der 38-Jährige soll insgesamt 59 Geschädigten – darunter soll auch zumindest ein Profifußballer sein – seit dem Frühsommer 2022 Geldanlagen angeboten haben, vorwiegend in Kryptowährungen, zu einem kleinen Teil auch in landwirtschaftliche Projekte in Rumänien. Im Gegenzug versprach der DJ teilweise Gewinne in drei- und vierfacher Höhe der Investitionssumme.
„Ihm wird vorgeworfen, das Geld aber nie veranlagt, sondern stattdessen seinen Lebensstil damit finanziert zu haben“, sagt Ulrike Breiteneder von der Staatsanwaltschaft Linz. Vor allem für Sportwetten soll der umtriebige DJ die Einnahmen dann ausgegeben haben.
„Der Schadensbetrag, der ihm angelastet wird, liegt bei knapp 830.000 Euro“, sagt Breiteneder zur „Krone“.
DJ ist „überwiegend geständig“
Aufgeflogen ist die Masche, nachdem zunächst einzelne Anleger Anzeige erstatteten. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden Ermittler im Anschluss Beweismittel wie Investmentvereinbarungen. Nach und nach konnten so weitere Geschädigte ausgemacht werden.
Der 38-Jährige ist laut Breiteneder „überwiegend geständig“. Es gebe aber kleinere Punkte, wo die Aussagen des Beschuldigten nicht mit jenen der mutmaßlichen Opfer übereinstimmen. Sie werden wohl vor Gericht geklärt werden, der Prozess könnte schon im Herbst stattfinden. Erst einmal hat der beschuldigte DJ aber zwei Wochen Zeit, die Anklageschrift zu beeinspruchen.
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