Aggressive Art
Italien: Kommissar sagt Blaukrabbe den Kampf an
Italien hat am Dienstag einen Sonderbeauftragten ernannt, der Strategien gegen die Ausbreitung der Blaukrabbe im Mittelmeer entwickeln soll. Es handelt sich um eine aggressive Art, die die einheimischen Muscheln befällt und die Fischerei bedroht.
Ursprünglich aus dem westlichen Atlantik stammend, haben sich diese Krustentiere vor allem in der nördlichen Adria ausgebreitet, insbesondere in der Gegend des Deltas des Flusses Po.
„Die Blaukrabbe hat einige wirtschaftliche Aktivitäten beeinträchtigt. Vor allem aber droht sie das gesamte Meeresökosystem zu schädigen“, sagte Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida auf einer Pressekonferenz, auf der er die Ernennung des Kommissars Enrico Caterino bekannt gab.
Vor allem in nördlicher Adria stark verbreitet
Versuche, den Bestand durch groß angelegte Fischereikampagnen einzudämmen, hatten bisher wenig Erfolg. Experten gehen davon aus, dass die Krustentiere wahrscheinlich über das Bilgewasser von Schiffen nach Italien gelangt sind. Seit dem vergangenen Jahr haben sie sich vor allem in der nördlichen Adria stark ausgebreitet.
Was ist Bilgewasser?
Als Bilge – das Wort ist der englischen Sprache entlehnt und eine Variante von „bulge“ („Schiffsrumpf“) – wird der unterste Raum auf einem Schiff bezeichnet, der direkt oberhalb der Schiffsplanken oder oberhalb des Kiels liegt. Dort sammelt sich das in den Schiffsrumpf eingedrungene Leckwasser, das als Bilgewasser bezeichnet wird.
Bisher Schaden von 100 Millionen Euro verursacht
Der Landwirtschaftsverband Coldiretti, der auch die Fischerei vertritt, erklärte in einer Mitteilung, dass die Blaukrabbe bisher einen Schaden von rund 100 Millionen Euro verursacht und die Muschelproduktion in den norditalienischen Regionen Venetien und Emilia Romagna zunichtegemacht habe.
Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat im vergangenen Jahr rund 2,9 Millionen Euro bereitgestellt, um Fischerei-Unternehmen zu unterstützen, die durch die Blaukrabbe geschädigt wurden.
Italien ist Europas größter Produzent von Venusmuscheln und nach China und Südkorea der drittgrößte der Welt, wie aus den UNO-Daten aus dem Jahr 2021 hervorgeht. Unser südlicher Nachbar ist auch die Heimat von „Spaghetti alle vongole“ (Spaghetti mit Venusmuscheln), einem Klassiker der italienischen Küche.








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