Billig kann ganz schön teuer kommen: Im Burgenland treibt eine Handwerker-Bande ihr Unwesen, die gutgläubigen Menschen mit erpresserischen Methoden das Geld aus der Tasche zieht.
So richtig in Mode gekommen ist die Masche vor eineinhalb Jahren in Niederösterreich, als bei der Polizei zahlreiche Anzeigen eintrudelten und so mancher rumänischen Dachdecker-Bande schließlich der Prozess gemacht wurde.
Das Muster war stets dasselbe: Man fährt durch Siedlungen, kommt mit meist älteren, im Idealfall alleinstehenden Hauseigentümern ins Gespräch, bietet an, kleinere Reparaturarbeiten vorzunehmen. Dachrinne kaputt? Kein Problem, kostet 50 Euro.
Eingeschüchterte Auftraggeber
Tags darauf erscheinen fünf, sechs Männer, machen sich emsig an die Arbeit und berichten, das Dach sei undicht, kostet 500 Euro. Die Abdeckung wird rausgerissen, dem Eigentümer fehlt plötzlich das Dach über dem Kopf, der Preis erhöht sich auf 10.000 Euro, die lautstark eingefordert werden. Dermaßen eingeschüchtert, haben viele bezahlt. War das Geld erst im Sack, rauschte die Bande unverrichteter Dinge ab.
Schon dreckig, die Fassade, gell?
Neuerdings treiben betrügerische Fassadenreiniger im Burgenland ihr Unwesen. Sie läuten dort an, wo sie augenscheinlich in die Jahre gekommener Häuser ansichtig werden und unterbreiten dem Besitzer ein verlockend klingendes Angebot für die Reinigung. Ein Geschenk, oder? „Mehrere Männer treten dann mit teils abenteuerlichen Geräten in Aktion“, sagt ein Polizeisprecher. Und wenn die Arbeit getan ist, meistens mehr schlecht als recht? „Dann wird eine weit höhere Summe als vereinbart verlangt und mit Drohungen eingefordert.“
Wir wissen nicht, wie hoch die Dunkelziffer ist und wie viele Personen sich haben einschüchtern lassen.
Ein Polizeisprecher
Firmenauto mit Logo und falscher Telefonnummer
Bemerkenswert dabei ist die Professionalität, mit der die Gauner vorgehen. Die Fahrzeuge mit ihren tschechischen Kennzeichen muten an wie Firmenwagen, versehen mit Logo und Telefonnummer – bloß: Die stimmt nicht. Welcher Kunde kommt auf die Idee, jenen Mann anzurufen, der vor ihm steht? „Wir wissen nicht, wie hoch die Dunkelziffer ist und wie viele Personen sich haben einschüchtern lassen“, sagt der Polizeisprecher. Viele würden sich nicht trauen, ihre Gutgläubigkeit einzugestehen.
Auf keinen Fall Geschäfte zwischen Tür und Angel!
Die Kriminalprävention der Polizei appelliert daher: Lassen Sie sich niemals auf mündliche oder auch schriftliche Haustürgeschäfte ein; unterschreiben Sie nie zwischen Tür und Angel, sondern holen Sie immer schriftliche Vergleichsangebote ein; sollten Sie von solchen „Handwerkern“ zu einer Vereinbarung gedrängt werden, zögern Sie nicht, die Polizei zu rufen; notieren Sie immer die Kennzeichen der Fahrzeuge, mit denen diese „Geschäftsleute“ gekommen sind.
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