Schwerste Verletzungen erlitt im Mai bei der finalen Bundesliga-Begegnung zwischen dem SK Sturm Graz und der Austria Klagenfurt ein Fanbetreuer der Schwarzen: Ein Klagenfurter sprang trotz Warnungen, es nicht zu tun, über den Stadiongraben und erwischte den 35-Jährigen mit voller Wucht.
Was war der 19. Mai nur für ein Freudentag für den SK Sturm Graz! Mit dem 2:0-Sieg gegen die Austria besiegelte die Mannschaft den Meistertitel. Die Euphorie unter den Fans war groß, bei einem Fanbetreuer (35) endete diese allerdings abrupt. Gemeinsam mit weiteren Ordnern versuchte er, einen Platzsturm zu verhindern und wirkte dementsprechend auf die Fans ein. Doch ein Fan aus Kärnten (34) ignorierte die Bitten und Anweisungen, überkletterte die Absperrung der Nord-Tribüne und sprang über den 2,35 Meter breiten Stadiongraben. Dabei landete er mit voller Wucht auf dem Fanbetreuer!
Der Mann erlitt mehrere Brüche, etwa am Hüftgelenk oder am Oberschenkel. Noch in der selben Nach wurde er im Unfallkrankenhaus notoperiert. Als nette Geste bekam er kurz darauf Besuch von der Meister-Mannschaft inklusive Meisterteller direkt ans Krankenbett. Doch das ändert nichts an seinem Leidensweg. Er geht demnächst auf Reha, zudem sind Dauerfolgen nicht ausgeschlossen.
Der jüngste Ermittlungserfolg zeigt, wie wichtig es ist, Gewalttäter und Störer aus der Anonymität der Menge herauszuholen und einer Strafverfolgung zuzuführen.
Stadtpolizeikommandant Brigadier Thomas Heiland
Ausgeforscht wurde der Verdächtige nicht, weil er sich selbst gestellt hatte. Laut Polizei-Sprecher Markus Lamb verschwand der „Springer“ in der feiernden Masse und tauchte unter. Erst durch intensiver Sichtung durch ermittelnde Beamte von Videomaterial, Recherchen im Internet, etwa in diversen Social-Media-Kanälen mit aufwendigen Gesichtsfeldanalysen gelang es, den Verdächtigen auszuforschen. Laut Polizei ist er zur Tat grundsätzlich geständig, beteuert nun, dass er das alles gar nicht wollte und es sich um einen Unfall gehandelt habe. Da die Polizei diesbezüglich anderer Ansicht ist – bei der Masse an Menschen musste er damit rechnen, beim Sprung auf jemanden zu treffen – wird er bei der Staatsanwaltschaft wegen schwerer Körperverletzung angezeigt.
Ermittlungsgruppe „Szenetypische Gewalt im Sport“ eingerichtet
Da sich bekanntlich schwere Zwischenfälle bei Spielen in der Merkur-Arena gehäuft haben – man denke an das Skandalderby zurück –, hat die Polizei nun die Ermittlungsgruppe „Szenetypische Gewalt im Sport“ eingerichtet. „Der jüngste Ermittlungserfolg zeigt, wie wichtig es ist, Gewalttäter und Störer aus der Anonymität der Menge herauszuholen und einer Strafverfolgung zuzuführen“, sagt der Grazer Stadtpolizeikommandant Brigadier Thomas Heiland. „Die Ermittlungsgruppe ist beim Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos eingerichtet und soll bei einschlägigen Delikten im Umfeld von Sportgroßveranstaltungen Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft und den szenekundigen Beamten (SKB) führen“, informiert Polizei-Sprecher Lamb. Vermehrt soll dort die technische Möglichkeit der IT-Forensik zum Einsatz kommen.
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