Fünf Apnoe-Taucher wagen sich in die absolut tiefste Stelle der Weltmeere vor. Damit wollen sie nicht nur einen neuen Rekord aufstellen, sondern auch ein starkes Zeichen setzen. Die Hintergründe.
Kaum zu glauben, dass ein Mensch sieben Minuten lang die Luft anhalten kann. Den meisten würde spätestens bei der Hälfte der Zeit schon schwarz vor Augen werden. Doch erfahrene Apnoe-Taucher schaffen es sogar noch länger. Wie sich der eigene Organismus am besten austricksen lässt, weiß Christian Redl nur zu gut.
Neun Weltrekorde
Mit wenigen Atemzügen stellte er allein bis 2013 neun Weltrekorde in alternativen Disziplinen des Freitauchens auf, drei davon halten bis heute der Konkurrenz stand. Auf dem Neufelder See im Burgenland fühlt sich der Apnoe-Taucher (48) aus Niederösterreich wie zu Hause. Das bis zu 35 Meter tiefe Gewässer ist sein Trainingsrevier.
Marianengraben als Abenteuer
Aufsehenerregende Abwechslung bietet sich in der sommerlichen Badeidylle am Freitag. Auf dem Neufelder See wird ein Weltrekordversuch im Tieftauchen unternommen. Redl und vier weitere Apnoe-Koryphäen machen sich gemeinsam daran, den Marianengraben im westlichen Pazifischen Ozean mit einer Tiefe von fast 11.000 Metern zu erobern – symbolisch, versteht sich. Für das Quintett geht es morgen im Akkord 55 Mal pro Taucher auf die Tiefe von 20 Metern und wieder nach oben. Alle hoffen, dass die knifflige Rechnung fünf Taucher x 55 Tauchgänge x 40 Meter pro Tour aufgeht.
„Läuft alles nach Plan, kommt bei uns 11.000 heraus. Das würde bedeuten, dass wir den Marianengraben bis zur tiefsten Stelle bezwungen und das Unerreichbare geschafft haben“, merkt Redl an. Es darf immer nur ein Freitaucher unter Wasser sein, so die Regel. Um alle 275 Tauchgänge korrekt zu meistern, bleibt den fünf Athleten fünf Stunden und 30 Minuten Zeit – ein schwieriges Unterfangen.
Kampf gegen immer mehr Plastikmüll
Mit dem Projekt „Trench“ peilt das Apnoe-Quintett einen Eintrag im RID-Buch (Rekordinstitut Deutschland) an. Gleichzeitig wollen die Freitaucher darauf aufmerksam machen, dass sogar schon am tiefsten Punkt unserer Weltmeere Plastikmüll umhertreibt. „Wir werden ein starkes Zeichen setzen“, kündigen Redl und sein gemeinnütziger Verein „7 Oceans“ an.
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