„9 Plätze, 9 Betonschätze“: Greenpeace will die schlimmsten Orte der Bodenversiegelung ganz Österreichs küren. Ins Rennen um den Beton-Preis gehen auch fünf Salzburger Plätze.
Was ist der größte Betonschatz in Salzburg? Eine Antwort auf diese Frage will die Naturschutzorganisation Greenpeace finden. Unter dem Titel „9 Plätze, 9 Betonschätze“ sucht die Organisation in jedem Bundesland nach dem Ort mit dem größten Bodenfraß. In Salzburg gehen fünf Plätze ins Rennen, über die abgestimmt werden kann. Gemeinsam mit einer Jury hat die Bevölkerung noch bis 22. Juli Zeit, auszuwählen, wer ihrer Meinung nach den unehrenhaften Beton-Preis verdient.
Neben dem Chaletdorf am Pass Thurn bei Mittersill sind die Salzburger Altstadtplätze und auch der Flughafen in der engeren Versiegelungswahl. Daneben stehen noch der Schlotterer-Ausbau auf den Adnetfeldern und der Parkplatz der Areitbahn in Zell am See zur Auswahl. Alle eint laut Greenpeace, dass sie auf einer Größe von 15.000 Quadratmetern bis zu 175 Hektar zubetoniert sind. Somit sind sie zum Wahrzeichen des modernen Bauens geworden.
Altstadt-Plätze und Abstell-Plätze
Die Nominierung für die Auszeichnung scheint aber nicht überall gerechtfertigt zu sein. Die Salzburger Altstadtplätze sind zweifelsohne Hitzeinseln, aber historisch gewachsen. Beim Residenzplatz wurde bei der Neugestaltung sichergestellt, dass dieser verstärkt versickerungsfähig ist, sogar ein eigener Schotterbelag wurde aufgebracht.
Wir haben von der Abstimmung nichts gewusst, wurden nie kontaktiert! Auf dem Parkplatz gibt es Bäume, Grünflächen und Versickerungsflächen. Wir sind sogar bereit, noch nachzubessern.

Erich Egger, Vorstand Schmittenhöhe-Bahn
Bild: BARBARA GINDL
Erzürnt ist man gar bei der Schmittenhöhe-Bahn über die Nominierung ihres Areit-Parkplatzes. „Wir haben extra Rasenziegel verlegt, Grünflächen angelegt und Bäume gepflanzt“, sagt Vorstand Erich Egger, der von der Abstimmung über den Beton-Preis aus der Zeitung erfuhr. „Ich hätte mir gewünscht, dass man uns im Vorfeld kontaktiert. Wir hätten aufklären und richtigstellen können.“
Im Fall von Schlotterer ist das Projekt gar noch Zukunftsmusik. Die rund 43.000 Quadratmeter große Versiegelungsfläche, heute weitgehend Wiese, hat es aber schon in die Greenpeace-Auswahl geschafft.
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