Lebensversicherungen im Visier der Justiz – ein 74-Jähriger soll sich Millionen und Villen ergaunert haben ...
Eine Villa im niederösterreichischen Baden und ein Anwesen in der Dominikanischen Republik – ein 74-Jähriger lebte in Saus und Braus, während Dutzende Pensionisten um ihre Altersvorsorge zitterten. Über Jahre hinweg – und zwar von mindestens 1999 an – soll der Makler älteren Kunden ungeeignete Versicherungen aufgeschwatzt haben.
Dorit K. (83) berichtet: „Mir und meinem Mann wurden vom Beschuldigten mehrere Lebensversicherungen vermittelt. Wir wollten für das Alter vorsorgen, insbesondere für meinen körperlich behinderten Ehemann, und haben uns gegenseitig als Begünstigte eingesetzt.“ Das Paar zahlte anfänglich jährlich unglaubliche 100.000 Euro für eine Laufzeit von 20 Jahren – sie waren da bereits Mitte 60.
„Nach ein paar Jahren ist der Beschuldigte zu uns gekommen mit einem Blankozettel wegen einer Laufzeit. Da war mein Mann schon ein Pflegefall und wusste nicht mehr, was er da unterschreibt.“ Anfang 2019 verstarb der Gatte der 83-Jährigen. Die Lebensversicherung kassierte nicht sie, sondern Karl G. – der Makler.
Dutzende Pensionisten um Millionen gebracht
Ein weiteres Opfer, Peter K. (83), war ebenfalls Kunde: „Meine Vorstellung war eine Vorsorge für das Alter zu schaffen. Auch, dass meine Frau abgesichert ist.“ Er bezahlte fast 17.000 Euro jährlich, was sich irgendwann nicht mehr ausging.
Der Beschuldigte hat sich das Vertrauen meiner Mandanten erschlichen und dies gnadenlos zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt.
Anwalt Maximilian Donner-Reichstädter vertritt zehn Opfer.
„Er hat gesagt, wir können die Polizzen jederzeit verkaufen, wenn die Prämien zu hoch werden.“ Der 74-jährige Makler habe dann aber vorgeschlagen, er würde die Versicherung übernehmen, die Beträge weiterbezahlen. Gewinne würden sie anteilsmäßig teilen – dazu sei es aber nie gekommen.
Und das sind nur zwei Schicksale von Dutzenden Kunden von Karl G. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Es geht u. a. um rund 70 Lebensversicherungen der UNIQA - mit einem Schaden von mehreren Millionen. Die wohl auch seine Residenz in der Karibik bezahlt haben
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