Auch still und leise kann man Kritikern den Marsch blasen. Die Flöten-Pflicht im Burgenland war anfangs heftig umstritten. Trotz aller Unkenrufe findet die Initiative von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil großen Anklang und hat laut den Fachleuten positive Wirkung auf den Musikernachwuchs.
„Mir gefällt das Blockflötenspielen so richtig gut“, posaunt es Luisa von der Volksschule Mattersburg frei hinaus. Die Blockflöte ist auch das Lieblingsinstrument von David, der noch dazu schwungvolle Stücke auf dem Tenorhorn übt. Die beiden Nachwuchstalente sind zwei von 2720 Volksschülern, die im Rahmen der Musikoffensive des Burgenlandes ihre Gratis-Blockflöte erhalten haben.
Kritik ist verstummt
Die Initiative „Auf die Bühne, fertig, los!“, mit der Landeshauptmann Hans Peter Doskozil einen „lebendigen Musikunterricht“ in der 2. Klasse aller 214 burgenländischen Volksschulen fördern will, hatte zum Auftakt im Herbst 2023 zu Misstönen sowohl von der Opposition als auch von der Lehrergewerkschaft geführt. Die Kritik ist verstummt.
Mehr Anmeldungen
Das Echo auf das Blockflötenprojekt ist durchwegs positiv. „Seit der landesweiten Offensive werden die Anmeldungen für den Instrumentalunterricht in den Musikschulen immer mehr. Davon profitiert in weiterer Folge unsere Blasmusik“, stellt Reinhold Buchas, Vorstandsmitglied und Betriebsratsvorsitzender des Burgenländischen Musikschulwerkes, zufrieden fest.
Musikvereine sind ein fixer Bestandteil im Dorfleben. Es wäre sehr still, würde es sie nicht mehr geben. Jede Stärkung dieser Kultur ist ein Gewinn.
Peter Reichstädter, Landesobmann des Blasmusikverbandes
Frische Impulse
Im abgelaufenen Unterrichtsjahr lag die Zahl der Kinder in den Musikschulen schon bei 6951, 12 Monate zuvor waren es 6805. Für Buchas weht dank der Offensive ein frischer Wind durch die Lehrräume. Die kräftige melodiöse Brise reiche bis zur Joseph-Haydn-Privathochschule in Eisenstadt, der neuen höchst klangvollen Kaderschmiede.
Nachwuchs im Fokus
Besonders freut Buchas, dass der Landeshauptmann aufgrund der Entwicklung zwei weitere Dienstposten für die Musikschulen genehmigt hat, um den Zustrom an motivierten Kindern bewältigen zu können. Peter Reichstädter, Landesobmann des Blasmusikverbandes, dazu: „Der Fokus liegt auf der Jugendarbeit, um den Bestand der Musikvereine zu sichern, zu stärken und auszuweiten. Bläserklassen sind eine gute Kooperationsmöglichkeit.“
Die Zahl der Bläserklassen hat sich im letzten Schuljahr deutlich auf 23 erhöht. Oft betreuen Lehrende der Musikschulen die Ensembles bei den Musikvereinen.
Gerhard Gutschik, Landesmusikschulreferent
Das kann die Zentralmusikschule Jennersdorf nur bestätigen: Im Rahmen des Modells Bläserklasse gibt es zusätzlich zum Orchesterunterricht in einer Lehrstunde in der Volksschule Instrumentalproben in der Musikschule. „Der absolute Höhepunkt sind die Auftritte vor großem Publikum“, sagt Direktorin Andrea Werkovits. Das sei erst der Auftakt für weitere Erfolge.
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