Als Österreichs Euro-Helden am Dienstag im Spiel gegen die Niederlande zum finalen Schlag ansetzten, waren Bergretter und die Crew des Notarzthubschraubers „Martin 3“ in Steinbach am Attersee höchst konzentriert: Eine Alpinistin (55) stürzte beim Abstieg vom Schoberstein und musste per Seil geborgen werden.
Als der Unfall am Dienstag gegen 19 Uhr geschah, war der Sieg der österreichischen Nationalmannschaft schon in Griffweite: „Die Frau stolperte beim Abstieg im steilen Gelände und stürzte nach vorne auf den Kopf“, sagt Christian Palle von der Flugrettung Martin. Bergrettungsleute aus Steinbach am Attersee stiegen rasch zu ihr auf, wegen der Schwere der Verletzung und der Steilheit des Geländes entschied man sich letztlich allerdings für eine Hubschrauberbergung mit dem Seil.
Das Opfer soll bei Traumaverletzungen innerhalb einer Stunde im Krankenhaus sein. Das ist auch der Grund, warum hier der Hubschrauber zum Einsatz kam.
Martin-3-Flugretter Christian Palle
Palle hing selbst hing unter dem roten Rettungshubschrauber am Tau, um die verletzte Frau aus Deutschland zu bergen: „Wichtig war in diesem Fall, keine Zeit zu verlieren. Wir sprechen hier von der sogenannten ,Golden hour‘ (übersetzt goldene Stunde). Das Opfer soll bei Traumaverletzungen innerhalb einer Stunde im Krankenhaus sein. Das ist auch der Grund, warum hier der Hubschrauber zum Einsatz kam“, erklärt der erfahrene Flugretter.
Entwarnung aus dem Salzkammergut-Klinikum
Die Bergung lief höchst professionell ab, der Notarzt der Hubschrauber-Crew sowie die Mannschaft der Bergrettung Steinbach am Attersee nahmen die 55-Jährige am Boden entgegen. Die Frau wurde auf einer großen Wiese neben der Weißenbacher Straße (B153) erstversorgt, später dann mit dem Helikopter „Martin 3“ zum Salzkammergut-Klinikum nach Vöcklabruck gebracht. Von dort kam dann rasch Entwarnung: Die junge Frau erlitt keine allzu schweren Verletzungen.
Jeden Tag mindestens drei Einsätze, pro Jahr über 1000
Die Crew des in Scharnstein im Bezirk Gmunden stationierten Rettungshubschraubers ist derzeit intensiv gefordert: Heuer habe man bereits 500 Einsätze absolviert, über das Jahr gerechnet werden es gut 1100 sein, sagt der Flugretter im Gespräch mit der „Krone“. Die Bandbreite sei groß, fügt Palle hinzu: „Vom Kindernotfall bis zum Herzinfarkt oder Alpineinsätzen wie diesem ist alles dabei.“
Betrieben wird der Stützpunkt im Almtal vom Salzburger Unternehmer Roy Knaus. In der jetzigen Struktur gibt es die Basis seit Juli 2017. Insgesamt werden von Knaus in Österreich in vier Bundesländern (Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Tirol) acht Flugrettungs-Stützpunkte betrieben, die Zentrale befindet sich in St. Johann im Pongau.
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