„Krone“-Interview

„Celine Dion nannte ihre Krankheit ,meine Lüge’“

Unterhaltung
21.06.2024 20:30

Es sind erschreckende Bilder, die Irene Taylor in ihrer Doku über die berühmte Sängerin zeigt. Hier sieht die Öffentlichkeit erstmals, wie schwer Celine Dion, die am Stiff-Person-Syndrom leidet, erkrankt ist. Die „Krone“ sprach mit der Regisseurin von „I am: Celine Dion“ (ab 25. Juni auf Amazon Prime). 

Celine Dion liegt vor Schmerzen wimmernd und schreiend auf einer Trage, ihr ganzer Körper ist steif, ihr Gesicht eingefroren, die Augen starr – wer einmal die bestürzenden Bilder aus der neuen Doku „I am: Celine Dion“ (ab 25. Juni auf Amazon Prime Video) gesehen hat, wird sie kaum noch vereinbaren können mit dem Hymnen schmetternden Kraftbinkerl, das die Sängerin vor ihrer schweren Krankheit war.

Sie leidet am sehr seltenen Stiff-Person-Syndrome, einer schweren neurologischen Erkrankung, die die Muskeln versteift: „Es hat in Wahrheit schon vor 17 Jahren begonnen, da hatte ich die ersten Krämpfe in den Stimmbändern“, erzählt die sichtlich geschwächte Dion im Film der Regisseurin Irene Taylor. Die mit dem Filmen für die Doku begonnen hatte, ohne zu wissen, was in dem Superstar wirklich vorging: „Sie nannte ihre Krankheit ,meine Lüge‘, weil sie sie lange vor der Öffentlichkeit geheim hielt. Im Laufe des Jahres, das ich mit ihr verbracht habe, hat sie dann den Willen gefunden, all das nach außen zu tragen, so viel von sich zu teilen, wie sie es zuvor noch nie getan hatte.“

Und so durfte Taylor auch die schlimmsten Szenen von Dions Krampfanfällen der Welt zeigen: „Auf solche Situationen war natürlich niemand vorbereitet. Es ist einfach passiert, während wir gedreht haben. Celine hat auch nie verlangt, das Material zu sehen. Aber ich habe ihr natürlich den ganzen Film gezeigt. Und sie hat gesagt: ,Es ist okay. Schneide nichts heraus, du kannst das alles haben.’“

Stiff-Person-Syndrome

Das Stiff-Person-Syndrom ist eine neurologische Autoimmun-Erkrankung, an der nur ein bis zwei Personen in einer Million leiden. Dabei versteift sich die Muskulatur und oft treten Krämpfe auf, die Symptome variieren aber. Die Krankheit ist nicht heilbar.

Es habe sie generell überrascht, was für eine herzensgute Person Dion sei: „Sie war so gut zu uns allen, und wir waren schließlich bei ihr Zuhause und haben den ganzen Tag gefilmt. Manchmal konnte sie nichts machen, meistens hat sie Musik gehört, Zeit mit ihren Kindern und dem Hund verbracht. Sie hat sich extrem geöffnet.“

Zitat Icon

Celine Dion war sehr offenherzig, was das Filmen anging, sie ließ die Dinge einfach passieren, während die Kamera mitlief.

Regisseurin Irene Taylor

In der Dokumentation sieht man, wie sehr Dion mit ihrer Gesundheit zu kämpfen hat – sie bekommt Infusionen von Plasmaspendern, muss unzählige Medikamente nehmen: „Zeitweise habe ich so viel Valium genommen, dass ich sterben hätte können, nur, damit ich gehen und schlucken konnte.“

Auch die Stimme hat stark gelitten, und im Film sieht man, wie die „My Heart Will Go On“-Sängerin mit aller Kraft versucht, neue Songs aufzunehmen. Doch die Stimme bricht immer wieder, Dion hat Tränen in den Augen, wenn sie sagt: „Ich vermisse die Musik und die Menschen, mein Publikum. Ich bin nicht sicher, ob ich wieder so singen werde können, mit Freude und ohne nachzudenken.“ Leise schiebt sie einen Satz hinterher: „Ich glaube, ich war einmal sehr gut.“

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