Brücken mitgerissen

Südtiroler Dorf wegen Schlammlawine evakuiert

Ausland
18.06.2024 13:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem sich am Montag im Gadertal in Südtirol eine Mure zu einer Schlammlawine ausgewachsen hatte, mussten im Dorf Campill 146 Bewohner aus 56 Häusern evakuiert werden. Sie konnten am Dienstagnachmittag aber schon wieder zurückkehren.

Die Schlammlawine wälzte sich durch den Seresbach auf Campill in der Gemeinde St. Martin in Thurn zu und richtete dabei beträchtlichen Schaden an. Bei der Evakuierungsaktion aus der bedrohten Zone handelte es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte das Land Südtirol am Dienstagvormittag mit.

Entwarnung nach Erkundungsflug
Nach einem Erkundungsflug, an dem auch Landeshauptmann Arno Kompatscher teilgenommen hatte, stand aber fest: „Dank des Einsatzes vieler Helfer und Unterstützer und nach der genauen Analyse durch die Landesgeologen konnten wir Entwarnung geben“.

Die evakuierten Dorfbewohner wurden zuvor bei Verwandten sowie in Turnhallen untergebracht. Um 19 Uhr wird die Lage bei einer Zivilschutzsitzung erneut bewertet, hieß es.

Das Ausbruchsgebiet der Mure hatte nach Angaben des Bürgermeisters eine Fläche von rund vier Hektar. Insgesamt seien zwischen 300.000 und 500.000 Kubikmeter Geröll und Schlamm infolge starken Regens ins Tal gerauscht. Die Schlammlawine schob sich im Bachbett abwärts. Dabei führte sie neben Geröll, Steinen, Schlamm und Wasser auch entwurzelte Bäume mit sich – und auch große Holzteile. Sie riss einige Brücken und sogar eine Mühle mit. Die Mure wälzte sich mit einer Geschwindigkeit von 100 Metern pro Stunde talwärts. Das Material verlegte dabei den Hauptbach.

Schlamm drang in Häuser ein
Trotz des pausenlosen Einsatzes von zehn Baggern und zig Feuerwehrleuten erreichte sie schließlich auch das Dorf. Schlammiges Material drang teilweise in die Häuser ein. Neben den Feuerwehren waren Landesgeologen und Wildbachverbauer an Ort und Stelle. Letztere hatten zur Sicherung einen Ablenkdamm aus Betonteilen errichtet.

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