Seit 43 Jahren

Frau könnte zu Unrecht in US-Gefängnis sitzen

Ausland
16.06.2024 18:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Frau im US-Bundesstaat Missouri könnte mehr als 43 Jahre zu Unrecht hinter Gittern gesessen haben. Sandra Hemme wird ein Mord an einer anderen Frau vorgeworfen. Ein Bezirksrichter sprach jetzt allerdings von „klaren und überzeugenden“ Beweisen für das Gegenteil.

Diese würden vielmehr die Spur auf einen Polizeibeamten lenken, der bereits 2015 verstorben sei. Bei ihm seien beispielsweise Ohrringe des Opfers gefunden worden. Zudem hat es laut Richter Ryan Horsman Ermittlungs- und Verfahrensfehler gegeben. Der entsprechende Bericht ist ganze 118 Seiten lang. Die Anwältinnen und Anwälte der heute 64-Jährigen beantragten daraufhin ihre Freilassung. Medienberichten nach hat die Staatsanwaltschaft jetzt 30 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob sie Hemme erneut anklagen oder die Anklage fallen gelassen wird.

Sollte Sandra Hemme freigelassen werden, wäre dies die längste bekannte ungerechtfertigte Verurteilung einer Frau in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Sie sitzt bereits seit 43 Jahren hinter Gittern.

Sandra Hemme
Sandra Hemme(Bild: AP/Missouri Department of Corrections )

„Widersprüchliche Aussagen“
Hemme wurde 1980 für den Mord an einer 31-Jährigen in deren Wohnung in St. Joseph verurteilt. „Der einzige Beweis, der Hemme mit dem Verbrechen in Verbindung bringt, sind ihre eigenen widersprüchlichen, nicht bewiesenen Aussagen, Aussagen, die gemacht wurden, als sie sich in einer psychiatrischen Krise befand und körperliche Schmerzen hatte“, schrieb Horseman in dem Bericht. Die US-Amerikanerin habe weder ein Tatmotiv gehabt noch gebe es forensische Beweismittel.

Zwei Wochen nach der Tat hat sie sich jedoch selbst beschuldigt, den Mord alleine begangen zu haben. Es sei möglich, dass sie die 31-Jährige mit einem Jagdmesser niedergestochen habe, sagte sie damals zu den Ermittlerinnen und Ermittlern. Hemmes Anwältinnen und Anwälte begründen das mit einer psychischen Krise und einem starken Medikamenteneinfluss. Sie hätten es verabsäumt, Beweise dafür vorzulegen.

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