Lied wird zum Gesetz

Neue NS-Details zur Geschichte der Landeshymne

Salzburg
13.06.2024 06:00
Aufgrund neuer Fakten einigte sich der Landtag auf eine historische Aufarbeitung von „Land unsrer Väter“. Das Lied kommt jetzt in Gesetzesrang.

Dieses Anliegen ist erledigt, die Salzburger Landeshymne wird zum Gesetz. Es war eine der ersten FPÖ-Initiativen in der Regierung. Anders als das neue Pflegegesetz, das Naturschutzgesetz oder die Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung – alles in freiheitlicher Verantwortung – ist zumindest die Hymnenfrage seit gestern geklärt. Das Stück wurde durch einen Beschluss von ÖVP und FPÖ sowohl textlich als auch melodisch nach fast 100 Jahren im Gesetz verankert.

Zuvor sorgte das Lied „Land unsrer Väter“ im Landtagsausschuss noch für hitzige Diskussionen. Fast eineinhalb Stunden diskutierten die Abgeordneten. Gerade die Opposition kritisierte die fehlende historische Aufarbeitung des Stücks. Wie Schriftsteller Ludwig Laher ans Licht brachte, hat Komponist Ernst Sompek die Melodie in den 1920er Jahren für einen Anschluss Österreichs an Deutschland erschaffen. Der Text zu „Land unsrer Väter“ von Priester Anton Pichler wurde später hinzugefügt und vom Landtag im Jahr 1928 beschlossen.

Parteien wie die ÖVP von Landeshauptmann Wilfried Haslauer singen sie auch bei ihren Veranstaltungen inbrünstig. (Bild: Tröster Andreas)
Parteien wie die ÖVP von Landeshauptmann Wilfried Haslauer singen sie auch bei ihren Veranstaltungen inbrünstig.

Bericht zur Aufarbeitung soll im Juni 2025 fertig sein
Genauso kam auf, dass Sompek ein bekennender Judenhasser und Nationalsozialist war. Über diese Erkenntnisse zeigten sich sämtliche Abgeordnete überrascht. Deshalb wurde auch mehrheitlich beschlossen, dass die Geschichte zur Hymne lückenlos aufgeklärt werden soll. Der Endbericht soll bis zum Juni 2025 fertiggestellt und veröffentlicht werden. Bisher gibt es zur Geschichte der Landeshymne etwa auf der Landes-Webseite nur einige wenige, fragwürdige Sätze.

Dass auch die Regierungsparteien über ihren Schatten sprangen und der historischen Aufarbeitung zustimmten, überrascht etwa das Salzburger Literaturhaus. „Nachdem bisher von der türkis-blauen Landesregierung eine historische Aufarbeitung abgelehnt worden war, zeugt der Beschluss von erfreulicher Einsicht und Lernfähigkeit“, sagt Leiter Tomas Friedmann.

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