Nicht rechtskräftig

Lange Haftstrafen für junge Drogenhändler

Oberösterreich
04.06.2024 16:10
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Fünf junge Angeklagte zwischen 20 und 23 Jahren sollen seit rund sechs Jahren im großen Stil Drogen aus Spanien importiert und in Österreich in Umlauf gebracht haben. Alle erhielten am Dienstag mehrjährige Haftstrafen, zahlreiche Waffen, Drogen und große Geldmengen wurden konfisziert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Fünf Verdächtige, vier österreichische und ein deutscher Staatsbürger - darunter auch eine junge Frau, mussten sich am Dienstag vor einem Schöffensenat im Landesgericht Linz verantworten. Die angeklagten Mengen waren nicht ohne: 86 Kilo Cannabis, 5,6 Kilo Amphetamin und 4,1 Kilo Koks soll der Erstangeklagte (22) mithilfe der Mitbeschuldigten aus Spanien importiert haben.

Post als Drogenkurier
Der Großteil soll nicht von Kurieren, sondern per Postsendungen transportiert worden sein. Mittelsmänner sollen lediglich für den Transport kleinerer Mengen verantwortlich gewesen sein.

Im Rahmen einer kriminellen Vereinigung sollen Drogen in eigens angemieteten Lagerhäusern in Urfahr und Leonding angemietet worden sein. Der Weiterverkauf sei hauptsächlich über das Darknet erfolgt. 

Junge Frau chauffierte Verdächtigen im BMW
Der 22-jährige Erstangeklagte und die Zweitangeklagte (20), beide Schulabbrecher und seit mehreren Jahren ein Paar, gaben sich vor Gericht reumütig und beteuerten, von nun an ein neues und normales Leben führen zu wollen. Bei der jungen Frau wurden auch mehrere Waffen gefunden – wieso sie diese besaß, konnte sie aber nicht beantworten.

Nicht nur Drogen
Neben den Drogendelikten wurden auch eine Vielzahl anderer Delikte angeklagt: Betrug, schwere Nötigung, Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz und sogar Waffenhandel werden dem Erstangeklagten angelastet. 

Insgesamt mehr als 22 Jahre
Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass der Erstangeklagte (22) die längste Strafe ausfasste: sechseinhalb Jahre unbedingte Haft. Seine Freundin (20), die beinahe gleich viele Drogen wie ihr Freund bewegt und ihn zudem in einem BMW X4 zu Deals chauffiert hatte, wurde zu viereinhalb Jahren verurteilt. Ebenso der Drittangeklagte, mit 23 Jahren der Älteste der Bande. Der Viertangeklagte (22) muss drei Jahre hinter Gittern schmoren, der Fünftangeklagte (21) vier Jahre. 

Nicht rechtskräftig
Keines der Urteile ist rechtskräftig: Obwohl Erst-, Viert- und Fünftangeklagter ihre Strafen angenommen haben, hat sich die Staatsanwältin drei Tage Bedenkzeit eingeräumt. Ein sechstes Mitglied der Kerngruppe wurde übrigens schon zuvor verurteilt, weitere Verhandlungen aus dem Dunstkreis der Gruppierung werden in den kommenden Wochen stattfinden.

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