French Open 2024

Bitter! Ausgepowerter Ofner unterliegt Wundertüte

Tennis
31.05.2024 23:11

Eineinhalb Sätze lang sah es so aus, als könnte Sebastian Ofner wie im Vorjahr ins Achtelfinale der French Open einziehen. Doch am Ende war in der dritten Runde gegen Corentin Moutet nach der Marathonschlacht vom Tag zuvor einfach der Tank des Steirers leer. Er unterlag 6:3, 4:6, 4:6, 1:6. „Nach dem verlorenen zweiten habe ich gewusst, es wird hart“, resümierte Ofner. „Aber ich hab alles auf dem Platz gelassen.“

Die „Krone“ berichtet aus Paris!

Große Vorfreude auf die Stimmung beim Match gegen Corentin Moutet hatte bei Sebastian Ofner geherrscht, angesichts der Chance, auf dem Court Simonne Mathieu gegen einen Einheimischen zu spielen. Während er sich darauf vorbereitete, wurde es noch besser: Die Partie wurde kurzerhand auf den Court Suzanne Lenglen verlegt, den zweitgrößten der Anlage. Und auch die Stimmung war, wie Ofi sie erwartet hatte: lautstark und gegen ihn.

Umso mehr, da Moutet einen Traumstart erwischte. Er breakte den Österreicher gleich zum 1:0, Ofner benötigte Zeit, um die teils unberechenbare Schläge des Franzosen etwas besser antizipieren zu können. Etwa, den Aufschlag von unten, den Moutet gleich in seinem ersten Servicegame erfolgreich einstreute.

Nach 42 Minuten war erster Satz eingetütet
Bei jedem erfolgreichen Punkt des 25-Jährigen erschallten Moutet-Sprechchöre. Doch Ofner ließ sich davon nicht entnerven und begann, wie immer, einfach seinen Stiefel runterzuspielen. Seine Schläge waren kraftvoller als die seines Gegners, er begann, damit die Rallyes zu dominieren, breakte zum 2:2. Danach servierte er vor allem eiskalt, ein ums andere Mal knallte er einen Aufschlag mit über 210 km/h durch die Mitte. Ein weiteres Break zum 5:3 und nach 42 Minuten war der erste Satz mit 6:3 eingetütet. Das freute auch Daviscup-Kapitän Jürgen Melzer und Nachwuchshoffnung Joel Schwärzler.

Ofner jubelte nach Satz eins. (Bild: GEPA)
Ofner jubelte nach Satz eins.

Moutet war nun auch nervlich angeschlagen, bei 1:1 flog erstmals der Schläger, beim fünften Mal klappte ebenfalls erstmals auch der Aufschlag von unten nicht mehr. Ofner holte das Break, schien aber allmählich auch seine Beine nach der Marathonschlacht gegen Sebastian Baez zu spüren. Bis 4:2 hatte man dennoch das Gefühl, dass er mit seinem Aufschlag alles in Griff hatte.

Der Tank war allerdings leer, das war spätestens nach dem 4:0 klar. Die letzten Games wurden nun erst recht zur Show von Moutet. Ofner konnte nichts anderes mehr tun, als die Null zu verhindern. Nach 2:47 Stunden unterlag er aber 6:3, 4:6, 4:6, 1:6. Auch Moutet wusste, was dabei eine große Rolle gespielt hatte. „Nach so kurzer Zeit, ist es fast unmöglich, sich von so einem Vier-Stunden-Match, wie mein Gegner es hatte, zu erholen.“

Moutet im Rausch
Doch Moutet ist eben unberechenbar. Plötzlich kamen seine Stopps wieder, spielte er sich in einen Rausch, machte umgekehrt Ofi mehr Fehler. Der Franzose machte 16 der 19 nächsten Punkte und gewann Durchgang zwei mit 6:4, entfesselte einen Jubelorkan auf dem Suzanne Lenglen.

Beide Spieler gingen kurz vom Feld, Moutet erwischte den besseren Start in den dritten Satz, breakte zum 2:0. Da begann Ofner erstmals richtig mit sich zu hadern, diskutierte mit Touring Coach Stefan Rettl in seiner Box. Vielleicht half es, denn er nahm seinem Gegner das Service zum 2:3 ab. Bei 4:5 servierte der 28-Jährige gegen den Satzverlust, verlor die ersten zwei Punkte. Moutet stachelte energisch das Publikum an, Stimmung zu machen, kurz darauf legte Ofner eine Vorhand knapp ins Aus – 4:6.

Corentin Moutet (Bild: GEPA)
Corentin Moutet

Auch Ofner hat Spaß
Der Franzose, der wieder seinen ganzen Spielwitz mit Stopps en masse auspackte, wirkte in dieser Phase eindeutig frischer. Kein Wunder, im Gegensatz zur 4:12-Stunden-Schlacht des Österreichers hatte er am Vortag nur 2:52 gebraucht. Wieder erwischte er einen rasanten Start mit Break, ließ sich feiern, als wäre er hier ins Finale eingezogen, machte, ganz Showman, immer wieder um Antwort heischende Gesten Richtung der Fans. Doch auch Ofner hatte seinen Spaß, forderte nach einem Stopp seinerseits ebenfalls den Beifall des Publikums und kämpfte natürlich tapfer weiter.

„Richtig geile Atmosphäre“
Im letzten Satz war Ofner endgültig platt. Er konnte nur noch die „Null“ verhindern, verlor schließlich nach 2:47 Stunden mit 6:3, 4:6, 4:6, 1:6. „Eineinhalb Sätze habe ich großartig gespielt, danach war ich nur noch am kämpfen.“ Trotz der Niederlage trug er ein Lächeln auf dem Gesicht. „Das war heute richtig geil. Es war drei Stunden durchgehend eine tolle Atmosphäre und auch fair. Wo hat man das schon?“

Auch Moutet zollte Ofner seinen Respekt. „Es ist fast unmöglich nach vier Stunden am Vortag schon wieder zu spielen“, wusste der Franzose. Ein Lob, das auch Ofi freute. „Aber ich kenne ihn ja und außerhalb des Platzes ist Corentin ein echt netter Kerl.“ Für ihn selbst geht es jetzt auf Rasen.

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