Noch blieb die Steiermark verschont, doch die Seuche rückt immer näher. Um sich für einen möglichen Befall der Afrikanischen Schweinepest vorzubereiten, bilden Jägerschaft, Land und Polizei jetzt eigene Jagdhunde aus – Anfang Juli ist bereits eine länderübergreifende Übung geplant.
Kaum eine Seuche ist wohl gefürchteter unter der Jägerschaft: Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruskrankheit, die beinahe immer zum Tod führt. Infiziert sich auch nur ein Tier, ist eine ganze Population an Wildschweinen gefährdet. „Schweine leben in sozialen Verbänden“, erklärt Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof Saurau die Gefahr der raschen Verbreitung. Auch wenn die Steiermark bisher verschont blieb, rücke die Krankheit aus dem Osten Europas immer näher.
Genau aus diesem Grund rüstet sich die steirische Jägerschaft nun gegen die Schweinepest. „Wir nehmen unsere Verantwortung für eine umfassende Prävention ernst“, sagt Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP). Unter anderem wird versucht, die steirischen Wildschweinpopulationen kleinzuhalten – alleine im letzten Jahr wurden etwa 2800 von insgesamt knapp 10.000 Tieren in der Steiermark erlegt. Bei Kadavern ist man besonders vorsichtig, denn sie wären bei Erkrankung noch nach Wochen infektiös: „Jedes tote Schwein wird gemeldet, abtransportiert und untersucht“, erklärt Mayr-Melnhof Saurau.

Vor allem aber kommen jetzt Hunde zum Einsatz. Unter dem Namen „Gemeinsam.Sicher“ schulen Land, Polizei und Jägerschaft 30 Jagdhunde speziell auf die Afrikanische Schweinepest. Sie können im Ernstfall betroffene Tiere erschnüffeln und helfen, das Krisengebiet einzudämmen. „Durch den Einsatz von ausgebildeten Jagdhunden kann die Ausbreitung der Seuche früh erkannt und eingedämmt werden“, erklärt Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Auch Drohnen mit Wärmebildkameras würden bei einem Ausbruch eingesetzt werden, denn Schweine sind nachtaktiv. Anfang Juli findet nun eine zweitägige Seuchenübung statt, an der sich Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Slowenien beteiligen.
„Es ist gerade für Schweinebauern in der Steiermark eine sehr ernste Sache“, betont Mayr-Melnhof Saurau. Im Ernstfall müsse man sämtliche Tiere im betroffenen Gebiet erlegen. Treffen kann die Schweinegrippe Schwarzwild genauso wie Hausschweine, das zeigten bereits Fälle im Nachbarland Ungarn. „Eine Übertragung auf den Menschen ist aber nicht möglich. Selbst ein infiziertes Lebensmittel wäre für den Menschen nicht schädlich“, gibt der Landesjägermeister Entwarnung.
Ebendiese Lebensmittel könnten aber die Krankheit einschleppen. Über Schweineprodukte oder durch den Personenverkehr könnte die Krankheit nach Österreich kommen, sagt Mayr-Melnhof Saurau. Er appelliert daher, dringend auf Hygienemaßnahmen zu achten.
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