So, 21. Oktober 2018

Nach 70 Jahren

22.10.2012 23:50

Superman hängt Job als Journalist an den Nagel

Auch ein Mann aus Stahl hat irgendwann genug: Nach mehr als 70 Jahren als Journalist kündigt Clark Kent alias Superman seinen Job bei der fiktiven Zeitung "Daily Planet". Berufsbedingter Stress habe den wohl längstdienenden Reporter der Welt zu der einschneidenden Entscheidung getrieben, erklärte Autor Scott Lobdell die wahrscheinlich prominenteste Kündigung der Comic-Geschichte.

Als Superman hat er die Welt in den vergangen Jahrzehnten unzählige Male vor dem sicheren Untergang bewahrt. Von einem Mann im blau-roten Kostüm wurde er zwischenzeitlich zu einem blauen Blitz, ist sogar gestorben und wieder von den Toten auferstanden. Doch eine Konstante gab es von Anfang an im Leben des mächtigen Superhelden vom Planeten Krypton: seinen Job als Journalist beim "Daily Planet".

"Super"-Kündigung nach 70 Jahren
Doch damit ist nun Schluss. In der kommenden Ausgabe Nummer 13 der im Vorjahr gestarteten neuen Heftreihe von DC Comics, "Superman", hängt die Reporter-Ikone ihren Job an den Nagel. Nach mehr als 70 Jahren Zeitungsdienst sei er von seinem Chefredakteur Perry White einmal zu oft niedergemacht worden, sagte Autor Scott Lobdell, der für die "Super"-Kündigung verantwortlich zeichnet, gegenüber "USA Today".

"Superman ist wohl die mächtigste Person auf dem Planeten, aber wie lange kann er an seinem Schreibtisch sitzen, mit jemandem im Nacken, der ihn behandelt wie die unwichtigste Person der ganzen Welt?", so Lobdell weiter. Zudem könne Clark als integrer Journalist nicht länger für ein internationales Medienkonglomerat arbeiten (der "Daily Planet" ist mittlerweile von einem solchen geschluckt worden; Anm.), dessen Anliegen sich nicht mit seinen Vorstellungen von Journalismus decken würden.

Brandrede à la Jerry Maguire
Und wie es sich für Superman gehört, muss auch die Kündigung filmreif über die Bühne gehen. Ein einfaches Schreiben am Schreibtisch des Chefs reicht da nicht. Stattdessen nimmt Clark – wohl von Tom Cruise im Film "Jerry Maguire" inspiriert - inmitten der Redaktion mit einer Brandrede für Gerechtigkeit, Wahrheit und den "American Way" vor all seinen Kollegen den Hut. Seine lautstarke Kritik: Journalismus sei zu reiner Unterhaltung verkommen.

Stempeln gehen wird Supermans Alter Ego aber wohl trotzdem nicht. Vielmehr soll Clark Kent der Medienbranche als kritischer Blogger erhalten bleiben. "Ich glaube nicht, dass er Bewerbungen schreiben wird. Er wird eher die nächste 'Huffington Post' oder den nächsten 'Drudge Report' gründen", ließ sich Lobdell über die Zukunftsperspektiven des Manns aus Stahl entlocken.

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