Besuch von Anwältin

Fritzl vor Entlassung: „Seine Augen leuchteten“

Gericht
15.05.2024 16:20

Das ganze Land wusste es vor Josef Fritzl selbst: Einen Tag nachdem nicht rechtskräftig beschlossen wurde, dass der 89-Jährige aus der Maßnahme entlassen wird, weiß er es nun auch. Freudensprünge gab es keine, berichtet seine Anwältin Astrid Wagner. Daran habe ihn aber nur sein körperlicher Zustand gehindert. Fritzl sei überglücklich ...

„Ich hab Herrn Fritzl bei seinem Mittagsschlaf gestört“, erzählt Anwältin Astrid Wagner der „Krone“ von dem Besuch bei ihrem Mandanten. Einen Tag nachdem der Beschluss nicht rechtskräftig ergangen ist, weiß jetzt auch Josef Fritzl selbst von seiner Entlassung aus der Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher in den Normalvollzug.

„Er hat es gestern schon rumoren gehört“
Ganz unbemerkt blieb der Medienrummel bei dem 89-Jährigen in der Justizanstalt Stein aber nicht. „Er hat es gestern schon rumoren gehört. Auch von anderen Insassen“, so Verteidigerin Wagner. Wort für Wort habe sie ihm den seitenlangen Beschluss vorgelesen – „Seine Augen haben geleuchtet.“

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Seine Augen haben geleuchtet.

(Bild: Groh Klemens/Klemens Groh)

Astrid Wagner erzählt vom Besuch bei Josef Fritzl

Ganz angekommen sei es bei Fritzl aber noch nicht, meint seine Anwältin: „Er hat sich sehr bei mir bedankt. Aber das muss erst einmal sickern. Wir haben aber auch schon besprochen, dass wir den Entlassungsvollzug in Angriff nehmen.“ Das werde aber sicher noch einige Zeit dauern, so Astrid Wagner: „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.“

Fritzl strebt ein Leben ohne Kontrollen an
Josef Fritzl selbst rechne nach dem – für ihn positiven – Beschluss des Landesgerichts Krems mit einer baldigen Entlassung in die Freiheit. Auch darüber habe er mit seiner Anwältin gesprochen: „Das haben ihm auch seine Mitinsassen gesagt, dass die Verlegung aus der Maßnahme der erste Schritt in die Freiheit ist.“ Das letztendliche Ziel ihres Mandanten sei, selbstbestimmt und ohne Kontrolle leben zu können. Schließlich sei er „laut Gutachten nicht gefährlicher, als jeder andere Österreicher“.

Das war 2009 noch anders, als er im Landesgericht St. Pölten wegen des Inzestfalls Amstetten zu lebenslanger Haft und einer Unterbringung in einer Anstalt verurteilt wurde. 24 Jahre lang hielt er seine Tochter in einem Kellerverlies gefangen, zeugte mit ihr sieben Kinder – eines starb bei der Geburt. Kontakt zu seiner Familie strebt der 89-Jähriger im Fall seiner Haftentlassung nicht an, betont Astrid Wagner. Er träume nur von einem Haus im Grünen – das seiner Tochter so lange verwehrt blieb ...

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