Mit dem Entfernen eines Wildvogelnests im Leopoldskron dürfte der Salzburger Energieriese wohl gegen mehrere Gesetze verstoßen haben. Im Stadt-Magistrat liegt eine Anzeige auf.
Kleiner Erfolg für die „Krone“ – ein großer für die mutigen Anrainer des Wildmoos- und Obermooswegs in Leopoldskron. Sie hatten beobachtet, wie die Salzburg AG vor gut zwei Wochen ein Storchennest unsanft von einem Strommasten nahe der Moosstraße entfernt hatte.
Weil es bereits einen Kurzschluss gegeben habe und weil man zum Schutz der Tiere gehandelt habe, wie der Energieriese der „Krone“ versicherte. Zudem habe es sich laut Einschätzung des Konzerns ja lediglich „um ein paar Äste“ gehandelt.
„Ohne Nest gibt es keine Brut“
Naturschützer und Vogelexperten dürften das gänzlich anders sehen. „Es sollte allgemein bekannt sein, dass Wildtiere, also auch Zugvögel, während der Brutphase gar nicht gestört werden dürfen. Dazu zählt auch der Nestbau, denn ohne Nest gibt es keine Brut“, erklärte ein Ornithologe am Donnerstag auf neuerliche Nachfrage.
Seit ein paar Jahren gibt es ein stärkeres Aufkommen von Störchen in Salzburg. Die Reste des Moors vom Untersberg sind ein guter Nistplatz.

Hemma Gressel, Verein Birdlife Salzburg
Bild: zvg
Fakt ist: Die Naturschutzbehörde der Stadt Salzburg hat jetzt Anzeige gegen die Salzburg AG erstattet. Wegen des unrechtmäßigen Entfernens eines Wildvogelnests. „Damit wurde gegen EU-Gesetz und Salzburger Gesetz in Verbindung mit der Pflanzen- und Tierartenschutzverordnung verstoßen“, erklärte Florian Kreibich (ÖVP) der „Krone“.
Bernd Huber, zuständiger Magistratsleiter, ergänzte: „Der Sachverhalt wird geprüft, die Anzeige liegt im Strafamt zur Bearbeitung auf. Der Beschuldigte wird zu Stellungnahme aufgerufen.“ Theoretisch könnte die Salzburg AG zu einer Strafe von bis zu 14.600 Euro verdonnert werden.
Fest steht jedenfalls auch, dass die Moosstraße mit ihren nahen saftigen Wiesen für Storchennachwuchs idyllisch ideal liegt: „Man kann von einem guten Nistplatz sprechen“, weiß Hemma Gressel von Birdlife.
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