399 Euro für einmal kurz Stehenbleiben. Leopoldsberzirksvorsteher sauer. Jetzt Maßnahme gegen Parkplatzabzocke. Ein Zaun soll nun vor Strafen schützen.
Satte 399 Euro sollen ahnungslose Autofahrer zahlen, wenn sie ein verlassenes Grundstück am Marathonweg in der Leopoldstadt auch nur ein kleines Stück weit befahren. Gut ein Dutzend Kameras zeichnen hier jeden Schritt auf, und ein Anwalt verschickt dann sofort Briefe mit der saftigen Forderung. Bevorzugte Opfer: Eltern, die ihre Kinder zum Turntraining in die benachbarte Sport- und Fun-Halle bringen. Die „Krone“ hat mehrmals berichtet. Das zeigte Wirkung. Das Grundstück gehört der Stadt, die es an den Besitzer des benachbarten Lokals verpachtet hat. Ende Mai läuft der Vertrag aus – Verlängerung ausgeschlossen.
Bezirk zieht Zaun hoch
Noch genug Zeit, um noch mehr Unwissende in die Falle tappen zu lassen. Denn der offene Schranken und der dürftige Hinweis, dass es sich um ein Privatgrundstück handelt, wirken geradezu wie eine Einladung. Daher hat sich nun Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ) eingeschaltet und kurzerhand einen Zaun aufgezogen.
Und um die Menschen vor dieser Schikane zu schützen, habe ich nun den Zaun aufstellen lassen. Das kann ja wohl nicht sein, dass sowas möglich ist.

Bezirksvorsteher Alexander Nikolai
Bild: Astrid Knie
Nikolai: „Ich hab die vergangenen Tage viel mit diversen Abteilungen in der Stadt diskutiert. Eigentlich sind uns die Hände gebunden – außer es gibt Sicherheitsbedenken. Und um die Menschen vor dieser Schikane zu schützen, habe ich nun den Zaun aufstellen lassen. Das kann ja wohl nicht sein, dass sowas möglich ist.“
Wer zockt hier Leute ab?
Doch wer steckt hinter den Machenschaften? Pächter des Parkplatzes ist der ehemalige Besitzer des Gasthauses. Will sich dieser ein Zubrot verdienen? Eine Nachbarin gegenüber der „Krone“: „Der lebt derzeit in Florida. Das ist so ein netter Mann, das kann ich mir nicht vorstellen.“
Auch Bezirkschef Nikolai ist überzeugt: „Meines Wissens lässt der Herr das Grundstück von einer Sicherheitsfirma überwachen, damit eben nichts passiert. Ob er von der Abzocke weiß, kann ich nicht sagen.“ Eine Anfrage blieb bisher unbeantwortet.
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