Tritt und Milzriss

Schulkameraden gaben sich vor Gericht die Hand

Oberösterreich
09.04.2024 15:23

„Es tut mir leid. Ich dachte nicht, dass es so schlimm enden kann“ – vor Gericht gaben sich ein HTL-Schüler und sein ehemaliger Klassenkamerad die Hand zur Versöhnung. Der 18-jährige Angeklagte hatte dem Burschen nach einem Zusammenstoß im Turnunterricht noch in den Bauch getreten und die Milz musste entfernt werden.

„Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen“ – so lautete die Anklage gegen einen heute 18-jährigen Schüler. Die Tat liegt schon fast ein Jahr zurück und war im Turnunterricht in der HTL Goethestraße in Linz passiert. Der Bursch hatte damals einem Klassenkameraden während eines Ballspiels mit dem Fuß in den Bauch getreten. Und zwar so heftig, dass die Milz riss und das Organ entfernt werden musste. Zwar kann man ohne Milz leben, aber Betroffene müssen mit Einschränkungen bzw. erhöhten Risiken leben. So bestehe eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass man wegen geschwächter körpereigener Abwehr eine schwere Bakterien-Infektion erleidet – etwa eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung. Dazu kommt eine Steigerung des Risikos von Blutgerinnseln und ab dem 40. Lebensjahr eine erhöhte Neigung für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

„Spitz in den Hintern“
Der beschuldigte Schüler gab zu, dass er seinen Kameraden getreten hatte, wollte ihm aber nur einen „Spitz in den Hintern“ geben. Der Bursch habe sich aber unerwartet umgedreht, so sei der Tritt in die rechte Körperhälfte unabsichtlich passiert.

Geld übergeben
Im Verfahren ging es vor allem darum, ob der Tritt ursächlich war und wohin der genau getroffen hatte. Am Ende übernahm der Teenager die Verantwortung, entschuldigte sich noch im Gerichtssaal bei seinem ehemaligen Klassenkameraden und übergab 2000 Euro Teilschmerzengeld. Das gefiel Jugendrichter Walter Eichinger und allen anderen Beteiligten und statt einer bis zu fünfjährige Haftstrafe gab´s eine Diversion mit 48 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

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