Neue Chance

Etwas andere Nachhilfe: Mathe-Lernen im „Café“

Oberösterreich
24.03.2024 17:00

Oft fremd im Land und eine neue Sprache. Vor allem junge Menschen haben Probleme damit. Über die Caritas erhalten benachteiligte Kinder Nachhilfe von Freiwilligen. Wer sich für die Schüler engagiert und woran es mangelt, erfuhr die „Krone“ beim Besuch in einer Zweigstelle.

Gewalt, Vandalismus, Mobbing: Die Linzer Diesterwegschule sorgte zuletzt immer wieder für negative Schlagzeilen. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die 11-jährige Sima Houssein schaffte den Wechsel aus der Brennpunkt-Schule in ein Gymnasium – unterstützt wurde sie dabei im Lerncafé der Caritas. Sima ist seit 2017 in Österreich, war erst zwei Monate alt, als sie mit ihrer Mutter aus Syrien flüchtete.

Michaela Lehofer (links) ist für alle sieben der Caritas- Lerncafés zuständig. Bogdana ...
Michaela Lehofer (links) ist für alle sieben der Caritas- Lerncafés zuständig. Bogdana Jimenez-Florescu (rechts) leitet das Lerncafé in der Linzer Bürgerstraße.(Bild: Einöder Horst)

Keine Hilfe zu Hause
Die ehrgeizige Schülerin bekam in der dritten Klasse Volksschule Schwierigkeiten in Deutsch und Mathematik, konnte aber zu Hause nicht unterstützt werden. Seit rund einem Jahr geht sie zweimal die Woche zum Lernen in die kostenlose Einrichtung der Caritas in der Bürgerstraße in Linz.

Lerncoaches zu Unterstützung
Was will sie einmal werden? „Das ändert sich ständig“, erzählt sie in perfektem Deutsch, „aber Geografie interessiert mich besonders.“ Unterstützt wird sie dabei von Freiwilligen Lerncoaches wie Claudia Spindler aus Linz. Eigentlich ist die 61-jährige Chemikerin in der Voest, aber im Lerncafé „die Tante fürs Rechnen“. Sie hat während der Flüchtlingskrise 2016 begonnen, sich zu engagieren und ist dabei geblieben.

Drei Jahre im Durchschnitt
Durchschnittlich kommen die Kinder drei Jahre ins Lerncafé, mindestens zehn hat Spindler bereits unterstützt. „Wir haben es oft lustig. Mohammed tut nach Tests immer so, als wären sie danebengegangen, dann zieht er grinsend sein gutes Ergebnis aus der Tasche“, erzählt Spindler. Gerade die Jungs würden manchmal absichtlich schlecht Deutsch sprechen, „aber dann erkennen sie, dass gute Noten wichtig sind, um zum Beispiel in eine HTL gehen zu können“.

Bedarf wäre noch höher
140 Freiwillige tun in den sieben oberösterreichischen Lerncafés Dienst, haben im letzten Jahr 173 Schülerinnen und Schüler zwischen sechs und 15 Jahren unterstützt – 90 Prozent davon mit Migrationshintergrund. „Der Bedarf wäre höher, es scheitert aber an der Finanzierung bzw. an den nötigen Lerncoaches“, weiß Michaela Lehofer, Leiterin der Lerncafés. Einer der sieben Standorte ist unternehmensfinanziert, die anderen zum größten Teil aus Spenden, und zehn Prozent schießt die Integrationsstelle des Landes OÖ zu.

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