Seit Beginn der laufenden Saison ist Fluor-Wachs im Wintersport verboten. Während im Ski-Weltcup rigoros getestet wird, sorgt eine lasche Test-Strategie im Europacup nun für Kritik an der FIS. . .
Krebserregend und in der Natur nicht abbaubar! Das soll das Fluor-Wachs sein, auf das seit den 1980er Jahren im Wintersport gesetzt wurde. Deshalb wurde das Wachs mit Beginn der aktuellen Saison verboten. Auch im Lager der alpinen Skifahrer.
Kaum Tests im Europacup
Jedoch lassen sich da gravierende Unterschiede ausmachen: Während im Weltcup rigoros getestet wird, geht man im Europacup lasch mit der Thematik um. „Es wird hier sehr selten getestet. Es ist daher ziemlich wahrscheinlich, dass viele Fahrer genau das ausnutzen und so auf Fluor-Wachs zurückgreifen“, erzählt Österreichs Speedtalent Felix Hacker.
Auch kurz vor dem Rennen seien noch Änderungen am Material möglich. „Wenn du nach der Besichtigung das Testgerät nicht siehst, weißt du, dass niemand da ist, der etwas überprüft“, betont der Lavanttaler.
Auch Europacup-Trainer Christian Perner sieht einige Mängel im Umgang mit Fluorwachs. „Man kann nicht beweisen, dass es andere Läufer oder Nationen nutzen. Weil aber nicht regelmäßig getestet wird, kann man tun, was man will“, ärgert sich Perner.
Weil nicht regelmäßig getestet wird, kann man tun, was man will.
Christian Perner
Vorteil von bis zu fünf Zehntel
Nutzt man Fluor-Wachs, hat man einen gewaltigen Vorteil – auf einem Gleitstück von 40 Sekunden holt man laut Experten einen Zeitvorsprung von vier bis fünf Zehntel heraus. „Da muss ich die FIS in die Pflicht nehmen. Wie im Weltcup getestet wird, ist okay. Das im Europacup ist aber absolut gar nichts – es ist Wischi Waschi“, sagt der Steirer Perner.
Beim ÖSV setzt man nicht auf das verbotene Wundermittel – bei einer externen Skifirma ist der Einsatz von Fluor-Wachs gar ein Kündigungsgrund.
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