ÖBB-Fahrgäste erzürnt:

„Auf meiner Strecke fällt jeder zweite Zug aus“

Wien
12.02.2024 16:00

Großer Unmut bei Fahrgästen am Wiener Bahnhof Floridsdorf. ÖBB-Züge fallen reihenweise aus, bis Ostern sind die Intervalle ausgedünnt.

Seit Montag sehen sich Wien-Pendler mit einer drastischen Reduktion des Nahverkehrsangebots konfrontiert, die insgesamt 50 Verbindungen betrifft. Im Minutentakt ertönt am Bahnhof Floridsdorf beim „Krone“-Lokalaugenschein eine Durchsage, dass ein Zug ausfällt oder verspätet ist. „Das gibt es doch nicht, ich komme zu spät in die Arbeit“, sagt Sanela Lekic.

15 fehlende Triebwagen 
Nina Wally wiederum ist nicht erstaunt: „Auf meiner Stammstrecke fällt jeder zweite Zug aus.“ Jetzt wird es noch schlimmer, denn seit Montag sind weniger Züge in der Ostregion unterwegs. Grund für die Ausfälle sind laut ÖBB 15 fehlende Triebwagen aufgrund von Lieferverzögerungen. Die „Krone“ hat sich bei den Wartenden am Bahnsteig umgehört. 

O-Töne von unzufriedenen ÖBB-Fahrgästen:

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Auf meiner Stammstrecke fällt jeder zweite Zug aus, wie auch jetzt gerade. In der Früh muss ich mehr Zeit einplanen, wenn ich rechtzeitig in der Arbeit sein will.

Nina Wally

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Ich bin vor Kurzem in Indien gewesen, gegen das dortige Öffi-Netz ist unseres top. Ich fahre aber auch nicht oft Zug, sondern meistens mit dem Auto.

Roland Schröck

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Ich komme vom Arzt und muss jetzt eine halbe Stunde auf den Zug warten, weil meine ausgefallen ist. Das ist sehr ärgerlich, aber ich habe kein Auto und bin auf den Zug angewiesen.

Helga Ira

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Ich pendle Montag bis Samstag von Wien nach Deutsch-Wagram. Jetzt ist mein Zug ausgefallen, und ich komme zu spät in die Arbeit. Das kommt leider öfters vor.

(Bild: Zwefo, Krone KREATIV)

Sanela Lekic

Einschränkungen bis Ostern
Konkret erfolgen die Ausdünnungen auf zwei Linien. Die S3 wird zwischen Korneuburg und Floridsdorf 84- statt 102-mal täglich fahren. Bei der R40 sind 116 statt 108 Züge im Einsatz. Bis Ostern sollen die Einschränkungen aufrecht bleiben.

SPÖ: Anti-Werbung für den öffentlichen Nahverkehr"
In einer entschiedenen Reaktion auf die jüngsten Einschnitte im Bahnangebot der Ostregion wirft Erich Valentin, SPÖ-Gemeinderat und Vorsitzender des Mobilitäts-Ausschusses, den ÖBB und dem zuständigen Bundesministerium vor, eine „Anti-Werbung für den öffentlichen Nahverkehr“ zu betreiben. „Die Entscheidung, den Fahrplan so massiv auszudünnen, steht in krassem Widerspruch zu den politischen Bestrebungen, den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fördern. Es ist ein paradoxes Signal: Einerseits wird die Bevölkerung ermutigt, auf die Öffis umzusteigen, andererseits werden die dafür notwendigen Angebote eingeschränkt“, kritisiert Valentin.

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